Auch im dritten Teil der Sartana-Reihe um den coolen und übermächtigen Revolverhelden, gespielt von Gianni Garko, geht es wieder hoch her und die Revolver kommen kaum zum Schweigen:
Sartana erschießt drei hinterhältige Sheriffs und wandert dafür ins Gefängnis. Dort bekommt er mit, wie der Direktor versucht aus einem Gefangenen den Aufenthaltsort einer großen Menge Gold und Falschgeld heraus zu quälen. Vom Interesse am „Schatz“ geweckt überwältigt Sartana durch einen Trick die Wachen und flieht mit dem anderen Häftling. Unterwegs erzählt ihm dieser die Geschichte des Schatzes: Bei einem Austausch von 500.000 Dollar in Gold gegen 20 Millionen Dollar Falschgeld ist etwas schiefgelaufen, die Mittelsmänner wurden erschossen und Gold und Geld sind verschwunden. Sartana reitet in den Ort des Geschehens und trifft schon bald auf die verschiedensten Leute, die alle ein großes Interesse am Geld haben: darunter sind der Sheriff der Stadt, dessen Bruder beim Austausch getötet wurde, Monk, ein Waffenhändler und auch die Frau des Casinobesitzers in dessen Lokalität der Austausch stattfand. Sartana merkt jedoch bald das etwas faul ist. Deshalb spielt er die einzelnen Parteien gegeneinander aus, bis schließlich nur noch die Person am Leben ist, die die wahre Geschichte kennt....
Auch diese Story hebt sich deutlich vom Einheitsbrei des Genres rund um Rache ab. Es wurde auf intelligente Weise eine Geschichte erschaffen, bei der man bis zum Ende nicht den Ausgang kennt. Gepaart mit einigen Rückblenden erzählt jede Partei, wie sich der Vorfall zugetragen habe. Man nimmt dann an Sartanas Seite an der Aufklärung dran teil. Natürlich wird auch in diesem Western nicht auf den Witz und Cleverness des Protagonisten verzichtet. So wartet Sartana mit einigen wirklich imposanten Tricks auf und scheint so immer zwei Schritte weiter zu sein als der Gegner. Man merkt aber auch, dass sich der Film nicht sonderlich ernst nimmt, jedoch nicht ins Lächerliche abdriftet. Durch einige Gags wird er immer wieder aufgelockert, sodass man als Zuschauer prima unterhalten wird. Aber auch auf brutalere Szenen muss der Italo-Fan nicht verzichten: so gehört es zur guten Verhörmethode sein „Opfer“ mit Säure zu malträtieren oder es werden ganze Horden mit einem MG umgepflügt. Und am Ende gibt es dann noch eine nette Überraschung.
Gianni Garko spielt wie gewohnt sehr souverän und ist für die Rolle geschaffen. Er versprüht dieses Charisma, welches perfekt zu der Person Sartana passt. Er ist keiner dieser finster dreinblickenden wortlosen Revolverhelden, sondern eine witzige, gesternreiche Person, die immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat. Man merkt Garko sichtlich die Freude beim Spielen an.
Auch der weitere Stab kann sich durchaus sehen lassen. Alle sind auf einem hohen Niveau und auch die deutsche Synchronisation ist ordentlich ausgefallen.
Die Musik beschert uns Bruno Nicolai. Allein dieser Name sorgt bei Italo-Westernfans für ein wohliges Gefühl.
Und auch bei diesem Film beweist er wieder, dass er neben Morricone wohl der beste Musikschreiber des Genres ist. Die einzelnen Stücke fügen sich sehr gut in die gezeigten Bilder ein, sind aber keineswegs aufdringlich.
Wie auch die Musik zeugt auch die Kameraarbeit von großer Routine. So wurde versucht die Landschaft einzubauen. Leider gab es keine größeren Kamerafahrten oder ähnliches. Das Dargebotene zeugt jedoch, wie auch die Ausstattung des Filmes, die Schauspieler etc, dass dieser Film zur obersten Liga des Genres gehört.
Auch dieser Sartana-Film bekommt von mir eine eindeutige Empfehlung und dürfte auch Nicht-Fans des Genres ansprechen.