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Adrien Brody spielt einen prominenten Reporter, der sich mit seinen Berichten über Verbrechen und Unfälle in New York einen großen Namen gemacht hat. Seinem Ruf dürfte geschuldet sein, dass ihn eine junge Frau, gespielt von Yvonne Strahovski, kontaktiert, deren Gatte unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist. Dieser war Filmregisseur und womöglich im Besitz einiger pikanter Videos. Als der Reporter einwilligt, sich der Sache anzunehmen und eine Affäre mit seiner attraktiven Klientin beginnt, kann er noch nicht ahnen, dass er nicht nur seine Ehe riskiert, sondern auch sein Leben und das seiner Familie.

Der Film noir ist seit Jahrzehnten weitgehend tot und findet allenfalls in wenig beachteten und kommerziell nicht allzu erfolgreichen Produktionen wie beispielsweise „Manhattan Nocturne“ ab und an eine kurze Auferstehung. Brian DeCubellis ist jedenfalls sichtlich bemüht nach Vorlage des gleichnamigen Romans von Colin Harrison einen mustergültigen Film noir abzuliefern, der durchgehend in dunklen wie edlen Bildern gehalten ist, seinen Protagonisten tief in ihre schwarzen Seelen blickt und überhaupt jederzeit auf eine möglichst deprimierende Wendung, auf das Aufdecken eines düsteren Geheimnisses zusteuert.

In den besseren Momenten kreiert DeCubellis mit diesen Zutaten, aufbauend auf einem mysteriösen Kriminalfall, eine gespannte und düstere Atmosphäre. Zudem stand ihm mit Adrien Brody ein Darsteller zur Verfügung, der die Melancholie des Films gelungen transportiert, der den bedrückten Reporter tiefgründig verkörpert. Nur die krampfhaft trostlosen und tristen Kommentare aus dem Off hätte DeCubellis seinem Hauptdarsteller und den Zuschauern besser erspart. Daneben gibt es eine überzeugende und abgründige Yvonne Strahovski zu sehen, die zudem für etwas Knistern und Erotik sorgt.

Während die düstere Stimmung durchaus mitreißt, lässt sich das von der Story nicht behaupten. Viele Wendungen, so überraschend sie auch sein mögen, wirken aufgesetzt und dem Bestreben geschuldet, in immer noch tiefere Abgründe im Seelenleben der Figuren vorzustoßen. Die Story verbindet die Affäre zwischen Reporter und trauernder Witwe, die Ermittlungen in einem Mordfall und die Aufdeckung allerlei weiterer düsterer Geheimnisse nicht immer stimmig und hinterlässt damit einen faden Beigeschmack - das aber wohlgemerkt nach knapp zwei Stunden solider Unterhaltung.

Fazit:
„Manhattan Nocturne“ besticht in erster Linie durch gute Darsteller sowie die düstere und triste Atmosphäre des Film noir, wenngleich das Bemühen, in immer tiefere Abgründe vorzustoßen allzu krampfhaft wirkt. Darunter leidet auch die letztlich aufgesetzte und unstimmige Story.

57 %

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