Review

kurz angerissen*

Man kennt ja seine Tina Fey. Ein Opening Song wie „Jump Around“ von House Of Pain passt garantiert wie Arsch auf Eimer zu ihr. Man sieht sie hüpfen und erwartet, dass jeden Moment etwas Peinliches passiert. Und dann detoniert eine Bombe.

„Whiskey Tango Foxtrot“ (aka „W.T.F.“), der aus der Entfernung wie eine alberne Militärklamotte mit Mann-Frau-Klischees aussieht, kann einen binnen der ersten Minuten bereits auf dem falschen Fuß erwischen. Sooo witzig ist das ja doch alles gar nicht. Man sieht zwar im Laufe der eineinhalb Stunden erwartungsgemäß, wie Fey in die Wildnis uriniert, wie Alfred Molina einen dubiosen afghanischen Justizminister mit Fusselbart zur Schau gibt und Martin Freeman einen arroganten Schotten mimt; man sieht aber auch Explosionen und abgetrennte Gliedmaßen. Zur gleichen Zeit, am gleichen Ort.

Eingeleitet wird mit einer zynischen Sitcom- und Büroalltagsrealität amerikanischer Großstädte, für die Fey mindestens seit „30 Rock“ erste Botschafterin ist. Relativ unsanft und ruckartig wird sie dann in ein Kriegsgebiet katapultiert. Der hieraus erzeugte Kulturschock hätte für entsprechende Comedy genutzt werden können und wird es in einzelnen Szenen auch, langfristig liegt dem Film aber daran, die Faszination nicht für diesen speziellen Ort, aber für den Wert der Zusammenkunft so unterschiedlicher Menschen herauszustellen, was dank des angemessenen Mischverhältnisses aus Drama und Komödie auch funktioniert.

Um dieses Ziel zu erreichen, vereinfacht das Drehbuch allerdings einige Aspekte deutlich, etwa die brüchige Beziehung der Hauptfigur zu ihrem in der Heimat zurückgelassenen Ehepartner oder gewisse Gegebenheiten vor Ort. Diese Unausgewogenheit lässt den streckenweise ohnehin sperrigen Film etwas zäh erscheinen. Ein Blick lohnt sich aber schon alleine, weil man eben nicht genau das bekommt, was man erwartet.

*weitere Informationen: siehe Profil

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