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Schulkomödien sind spätestens seit „Fack ju Göhte“ in Deutschland wieder salonfähig, während in den USA immer noch Fäkalwitze und ironiefreie Klischees bemüht werden. Zumindest weitgehend, denn ganz so plump fällt das Kinodebüt des TV-Regisseurs Richie Keen nicht aus.

Es ist der letzte Tag vor den Ferien an einer High School: Die Streiche der Schüler laufen aus dem Ruder, während Englischlehrer Andy (Charlie Day) die Kontrolle zu wahren versucht. Jene verliert indes Geschichtslehrer Strickland (Ice Cube), als er mit einer Feueraxt auf einen Schüler losgeht und sich kurz darauf suspendiert sieht. Strickland macht Andy für diese Misere verantwortlich und fordert ihn für einen Kampf auf dem Schulhof am Nachmittag auf, wovor sich Andy mit allen Mitteln zu drücken versucht…

Humor für Feingeister sieht natürlich anders aus, denn da werden Schwänze in den Rasen gemäht, ein Lehrkörper träumt vom Sex mit Schutzbefohlenen und meint: „Ich nehme in der Schule doch keine Drogen, - ich nehme sie, bevor ich zur Schule gehe.“
Über das eine oder andere Schmunzeln kommt die Chose kaum hinaus, welche storytechnisch ohnehin nur an einem recht dünnen Faden hängt. Denn eigentlich geht es nur um den titelgebenden Faustkampf und wie sich Andy davor bewahren will und einige Nebenfiguren, die diesbezüglich mehr oder minder wenig hilfreiche Tipps geben.

Da ist schon ein wenig schade um eine ganze Reihe fähiger Nebendarsteller wie Dean Norris als Rektor, Christina Hendricks als Französischlehrerin und Tracy Morgan als Coach, welche zwar ein paar lustige Szenen für sich verbuchen können, dem Treiben insgesamt jedoch kaum Dynamik verleihen. Im Mittelteil dreht sich die Sache gar ein wenig im Kreis, der Mangel an frischen Ideen wird spürbar und erst als es um die Prügelei geht, ist wieder etwas Wumms im Spiel. Wobei die Moral des Ganzen letztlich ein wenig fragwürdig anmutet.

Rutschige Flure, das eine oder andere Pferd im selbigen, ein fragwürdiges Duett vor Publikum und eine Provokation im Knast liefern zwar einigermaßen Abwechslung, jedoch kaum Innovationen oder frischen Wind. Die mit Spielfreude agierenden Mimen halten das wackelige Gefüge beisammen und während die Inszenierung eher farblos bleibt, ist zumindest das Timing effektiv, was ebenfalls für Kurzweil sorgt. Trotz teils derber verbaler Fehlgriffe ein insgesamt eher harmloses, fast altbackenes Vergnügen auf anspruchslosem Niveau.
5,5 von 10

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