Review

Nicht alle Filme von Mark Polonia („Jurassic Prey“) sind bis dato mit einer deutschen Synchro versehen worden, denn die käme womöglich teurer als die Produktionskosten des eigentlichen Films. Auch wenn das Aufeinandertreffen von Bigfoot und Zombies episch klingen mag, - es bleibt ein Reigen von Statisten, die unter den Masken weitgehend unerkannt bleiben wollten.

Wyoming in New York: Auf einer abgelegenen Body Farm experimentiert ein Wissenschaftler mit toten Körpern, denen er ein ominöses Serum verabreicht. Zum Schrecken der wenigen Anwesenden stehen diese eines Tages wieder auf, während im angrenzenden Wald Bigfoot umherstreunt, der ebenfalls nicht gut auf die Zombies zu sprechen ist…

Das kaum vorhandene Budget wird spätestens in dem Moment deutlich, als das so genannte Labor betreten wird: Ein schlichter Büroraum mit einem Tisch, einem Mikroskop, einem Reagenzglas und einer Ampulle. Bigfoot erweist sich gleichermaßen als traurige Erscheinung, zumal der Komparse kaum größer als die übrigen Figuren ist. Er läuft mit einem zerfledderten Fellkostüm vom Scherzartikelverleih herum und dort, wo Fell fehlt, hat man dieses Schaumzeug drauf gesprüht, welches eigentlich zur Dämmung von Dachböden gedacht ist.

Bei den Zombies griff man auf verschiedene Arten von Make-up zurück. Bei den etwas mutigeren Mimen verwendete man Reste von grauer Gipsbrühe, bei den anonymen Teilnehmern fette Latexteile, welche aber teils unvollständig ausfallen, weil bei einem der Bart darunter mehrfach sichtbar wird. Für ordentliche Splattereffekte hat es nicht gereicht, nur fürs Kauen auf undefinierbaren, hellroten Objekten, die nicht viel Ähnlichkeit mit menschlichem Gekröse aufweisen. Ansonsten werden viele Szenen mit Blutspritzern aus dem Rechner überzogen, natürlich vermehrt an Stellen ohne Wunden. Infolgedessen wird Bigfoot der Unterarm verbunden, obgleich er an der Schulter verletzt ist und einem Opfer wird eine Hand abgetrennt, die er als Zombie wieder mit sich führt.

Immerhin nimmt sich der Quark selbst nicht sonderlich ernst und wenn Bigfoot mit seinen langen Loden ein wenig tapsig übers Gelände schleicht oder sich unter der Abdeckplane eines Jeeps verkriecht, sind das schon kleine Highlights. Die eigentlichen Figuren tragen hierzu eher weniger bei, welche vornehmlich Frisuren tragen, die in den 90ern bereits verpönt waren.
Polonia griff auf dieselbe Gruppe von Darstellern zurück, die gefühlt in jedem seiner Werke an Bord sind. Die können zwar alle nichts, scheinen aber verlässlich zu sein.

Allein der minimalistische Score, der weitgehend mit einer Fläche oder einem Riff einer Hawaii-Gitarre auszukommen versucht, unterstreicht den amateurhaften Charakter der Billigproduktion, die in jeder Hinsicht nur und ausschließlich beinharten Trashfans ans Herz gelegt werden kann. Und: Es gibt schlechtere Zombiefilme und einige wenige mit Bigfoot, die ebenfalls drunter sind.
5 von 10

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