Irgendwo in einem Provinznest im Süden der USA haben sich eher unerwartet größere Alligatoren eingefunden und verspeisen mir nichts, dir nichts harmlose Einheimische. Nach den ersten Leichenfunden macht sich eine Alligatoren-Spezialistin (Zoë Bell) auf den Weg dorthin, um die Sache näher zu untersuchen. Doch während sie noch die örtlichen Hilfssheriffs zu überzeugen versucht, daß dort etwas Größeres in der Tiefe lauert, wird eine Gruppe Twens mit einem IQ unter Raumtemperatur von den Ungeheuern dezimiert. Können die wackere Reptilien-Fachfrau und die Gesetzeshüter die Bestien stoppen und hinter deren Geheimnis kommen...?
Unter den zahlreichen schwachen Tierhorror-Streifen ist Freshwater (so der Original-Titel) einer der schwächsten, denn hier stimmt so gut wie gar nichts: Weder die abgegriffene Story, noch die hundsmiserabel getricksten Computer-Krokodile oder die wie Abziehbilder wirkenden Darsteller lassen auch nur irgendeine Art von Spannung oder gar Mitfiebern aufkommen. Dazu kommt eine völlig misslungene post production, die das unspektakuläre Material seltsam unpassend zusammengesetzt hat, sodaß manche Szenen wie falsch geschnitten wirken. Da wirft eine Frau ihrem Hund einen Tennisball in einen Teich, der Hund läuft zum Ufer und schaut. In der nächsten Szene sehen wir den Hund von vorn im Schilf, obwohl dort am Ufer gar kein Schilf wächst. Als nächstes steigt die Hundebesitzerin, die zum Sonnenschein passend bereits Gummistiefel trägt, mit diesen ins Wasser, um an den Tennisball zu kommen. Es macht kurz "platsch", während wieder der Hund im Schilf hechelt, und in der nächsten Szene sehen wir wieder den Tennisball zwischen den Teichpflanzen glänzen. Während des "platsch" hat ein Alligator, den man aus Kostengründen visuell gleich eingespart hat, im geschätzt maximal 50 cm tiefen Wasser die Hundebesitzerin unter Wasser gezogen und verspeist. Alles klar? In einer anderen Szene wollen zwei der selten beknackten Twens von einem Steg aus zu ihrem wenige Meter davor treibenden Boot schwimmen. Da sie sich nicht sicher sind, bindet der eine dem anderen eine Schnur um den Bauch (wtf??). Als der andere dann 2 Meter geschwommen ist, zieht ihn der am Steg Stehende wieder zurück - und dann kommt das Ungeheuer aus der Tiefe - "platsch". In dieser Tonart geht es weiter - schon in der Eingangsszene warnt der trashige Streifen eigentlich vor sich selbst: da steht eine dunkelhaarige Bikinischönheit auf einem Holzsteg - Schnitt auf brodelndes Wasser. Sie schaut vom Steg auf das spiegelglatte(!) Wasser, bückt sich und streckt eine Hand ins Wasser. "platsch" zieht sie irgendetwas unter Wasser und weg ist sie, und der See ist im nächsten Schnitt wieder vollkommen ruhig.
Bezüglich der Darsteller sticht namentlich nur Zoë Bell hervor, die u.a. in einigen Tarantino-Filmen (eigentlich durch nichts zu rechtfertigende) Auftritte hatte - es spricht Bände, daß sie ihre Rolle noch am "besten" ausfüllt. Während man schon beim ersten Auftritt eines getricksten CGI-Krokodils (vom Land her auf einem Steg) gleich abschalten möchte, stellt sich dem leidgeprüften Zuschauer während des weiteren Films immer öfter die Frage, ob das Ganze nicht eine Art Satire sein soll, denn manche Dialoge oder Verhaltensweisen sind schlichtweg lächerlich - aber nichts da, Freshwater nimmt sich leider selbst äußerst ernst. Wer bis zum bitteren Ende durchhält, bekommt noch eine selten bescheuerte "Lösung" präsentiert. Wer den Mist vorher abdreht, hat garantiert nichts verpasst. 1 Punkt.