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Was auf den ersten Blick wie Geisterhausgrusel erscheint, entpuppt sich als Werk über den Serienkiller Leonard Lake, der Anfang der Achtziger gemeinsam mit Charles Ng zwischen 11 und 25 Menschen in einem einsam gelegenen Haus folterte und ermordete. Im besten Falle also blutiger Stoff zum Mitfiebern, doch was Regiedebütant Jeff Frentzen hier anrichtet, wird keinem noch so niederträchtigen Serienkiller gerecht.

Leonard und Charles haben sich in die Berge von San Franzisko zurückgezogen und einige Räume speziell präpariert, um Frauen als Sklavinnen zu halten, bevor sie ermordet werden.
Einzig Sonia konnte dem Gespann entkommen und berichtet Ermittler Paul von ihren traumatischen Erlebnissen…

Filme über Lake und Ng gibt es noch nicht viele, doch alles was noch kommt, kann nur besser werden. Bereits nach wenigen Minuten nerven die schrägen Kameraperspektiven, die teilweise eine Handkamera repräsentieren sollen, die üble Synchro, phasenweise völlig asynchron geht gar nicht und die hölzernen Mimen rauben dem Ganzen jegliche Glaubwürdigkeit. Zudem ist die Erzählweise nicht chronologisch und wechselt recht willkürlich zwischen den Befragungen des Ermittlers (in Schwarzweiß gehalten) und den Geschehnissen im Haus, welche die FSK um über zehn (!) Minuten erleichterte.

In Sachen Gewalt fließt zu keiner Zeit Blut, es ist nicht eine Szene mit nackter Haut enthalten und es ist noch nicht einmal die Andeutung einer Vergewaltigung auszumachen, von denen es im Verlauf einige gibt. Selbst das Küssen und Herumschlecken seitens der Peiniger wurde entfernt, ganz zu schweigen von Schlägen mit einem Baseballschläger, woraufhin die Schicksale einiger Opfer völlig ungewiss sind.

Was bleibt, ist purer Dilettantismus, gepaart mit Langeweile und eindimensionalen Abläufen.
Regelmäßig wird die bekannte Brücke in San Franzisko eingeblendet (was auch Archivmaterial aus besserer Bildquelle sein könnte), es folgen Foto und knappe Informationen über das nächste Opfer und das Anlegen von Handschellen oder Fußfesseln, was die FSK erstaunlicherweise nicht entfernen musste.

Dazwischen oftmals völlig unpassende Musik, noch mehr schräge Kameraperspektiven und Dialoge, die eigentlich nur im Vollrausch zu ertragen sind, da ihre Einfältigkeit ansonsten nur Kopfschütteln hervorruft. Einzig erwähnenswert sind Archivaufnahmen eines sinnierenden Lake, der sich seinerzeit aufzeichnete. Hätte man daraus eine dokumentarähnliche Geschichte mit Zeitzeugen aufgebaut, wäre definitiv etwas Gehaltvolles herausgekommen.

So bleibt es ein amateurhafter Streifen, der in allen Belangen versagt. Hintergrundinformationen über Motive oder Weltanschauungen der Peiniger erfährt man fast gar nicht, schwach performt ist noch höflich ausgedrückt und in Sachen Spannung, Atmosphäre und Dramaturgie ist eine Null davor zu setzen.
Da die Gewalteinlagen nicht allzu explizit ausfallen, ändert dies rein gar nichts an der Bewertung, welche darauf schließen lässt, einen weiten Bogen um den Streifen zu machen.
1,5 von 10

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