Regisseur Keoni Waxman muss ein ausgesprochener Fan von Steven Seagal sein, denn in fast allen seiner Actionfilme mischt er irgendwie mit. Der Moppel geht zwar beileibe nicht mehr als Kopf einer Spezialeinheit durch und passt auch kaum noch aufs Cover, doch wer einen gewissen Kultstatus genießt, muss auch nicht mehr als Hände und Lippen bewegen.
Der Tod von Drogenboss Salazar (Florin Piersic Jr.) wurde erfolgreich fingiert, nun soll eine Spezialeinheit von US-Marshalls ihn 24 Stunden in einem Hotel in Rumänien bewachen. Doch die Situation droht zu eskalieren, als sich vermummte und bewaffnete Gruppen nähern…
Die Erzählung ist von einer Rahmenhandlung umgeben, in der Harrison (Seagal) Major Jensen (Luke Goss) zu den Abläufen im Hotel verhört, was stets ein wenig Drive herausnimmt und kaum dazu beiträgt, zusätzliche Spannung zu erzeugen, zumal die Story recht simpel gehalten ist. Zwar kommt es im finalen Akt zu kleinen Wendungen, doch einige davon sind im Vorfeld erahnbar.
Nach einem zackigen Einstieg dauert es überdies recht lange, bis die Action einsetzt. Kleinere Nebenhandlungsstränge kommen teilweise ein wenig holprig daher, während die Fronten innerhalb von Verschwörung und Korruption erst während der zweiten Hälfte geklärt werden, in der es letztlich wieder etwas schwungvoller vonstatten geht.
Die Action kann sich insgesamt sehen lassen, obgleich nicht allzu viele Schauwerte geliefert werden. Die meisten Gewalteinlagen sind handgemacht, die wenigen CGI fallen leider als solche auf, wobei mit verkohlten Leichen, Hammer im Hals und zahlreichen Einschüssen ein paar recht derbe Szenen auszumachen sind. Neben diversen Schießereien kommt es zu einigen Zweikämpfen, bei denen die Choreographie stimmt und das Timing in Sachen Kamera und Schnitt keine nennenswerten Schwächen aufweist. Luke Goss ist für einen nicht wirklich gelernten Kämpfer recht flink, Georges St-Pierre lässt es zuweilen mächtig krachen und knacken, nur Seagal benötigt mal wieder Rückendeckung von einem Double, wobei er auch nur eine kleine Auseinandersetzung hat und insgesamt eher eine Nebenrolle verkörpert.
Unterm Strich erhält der Genrefreund solide Kost mit ordentlich inszenierter Action, passablen darstellerischen Leistungen und eine Story, die zwar manche Logiklücke aufweist und einige Zeit benötigt, um Fahrt aufzunehmen, nachfolgend jedoch mit einigen Haken und Ösen punktet. Kein Feuerwerk der Offenbarungen oder Innovationen, im Schnitt aber recht unterhaltsam.
6 von 10