Review

"When I was a little girl, my mother used to tell me story about a princess
who lived on a beautiful island surrounded by turquoise waters where the sky kissed the sea.
When the princess met her prince, their love grew stronger than the waves crashing against the shore.
So when I met Jack one day on the beach, he was everything I had been searching for.
I thought it was fate.
But I had forgotten something very important.
Every fairy tale has a monster.
In my life story, the monster's name was Gan Sirankiri.
A man whom I later found out was a ruthless crime lord.
Little did I know, our path's were destined to collide.
"

Im Abschluss des inoffiziellen Seagal - Contest im Mai 2016, in dem von verschiedenen Produktionen und Distributoren gleich drei Werke des scheinbar doch weiterhin gut ausgebuchten und entsprechend wohl auch zugkräftigen Stars erschienen, darf man die Krönung des Besten Filmes, des einäugigen Königs an Code of Honor konstatieren. Ausgezeichnet durch drei weitere namhaftere Darsteller, von denen es die eigentliche Hauptrolle [ Craig Sheffer ] anders als hier [ 'Sean Patrick Flanery' ] oder beim Cowboy - & Patriotismusulk Sniper: Special Ops [ Tim Abell ] sogar auf das Cover geschafft hat, dazu punktend mit einer viehischen und selbstherrlichen Gewalt, die diese und sogar noch die (neuerdings wenige) Anwesenheit von Seagal durch die Geschichte zu erklären (wollen) versuchte, und eine solide (trockene) Regie, die sich nicht mit dem Gezeigten übernahm, und trotzdem mehr interessieren vermochte, als tatsächlich am stattfinden war.

Asian Connection will zwar auch nicht mehr, dreht aber dem Zuschauer mit der proklamierten Mitwirkung durch Michael Jai White, der mit genau 1 Dialogszene noch weniger am Set anwesend ist als sein ehemaliges Exit Wounds - Teammitglied, gleich zweimal die Nase und hat den nächsten Prominenten, den Ideengeber des Ganzen, Tom Sizemore nur hinter der Produktion und nicht vor den Kameras zu stehen. Sizemore als tief gefallener Engel seiner eigenen (Teenage) Bonnie & (Klepto) Clyde - Variante wäre noch eine weitere Aufmerksamkeit wert, die der Film so nicht bieten kann und dafür mit viel Landschaftsaufnahmen und dem Bemühen um eine Liebesgeschichte und zweierlei Gangstererzählungen übertünchen will:

Die zwei Aussteiger Jack Elwell [ 'Sean Patrick Flanery' ] & Sam [ Byron Gibson ] machen sich in Thailand ein nettes Leben, was den beiden arbeitslosen Faulpelzen aber nur durch die Finanzierung mit Banküberfällen im Nachbarstaat Kambodscha gelingt. Dass sie dabei auch das Konto von gefürchteten Gangsterboss Gan Sirankiri [ Steven Seagal ] plündern und so dessen Geldwäsche nachhaltig manipulieren, ist natürlich blöd, schickt dieser doch seine rechte Hand Niran [ Sahajak Boonthanakit ], seinen Bruder Klahan Sirankiri [ Byron Bishop ] und die einheimischen Freizeitsportler, die ausgebrannten Kirmesboxer und die übereifrigen Freerunner auf den Weg. Niran selber hat allerdings andere Pläne, was den hochgradig in die lokale Dorfschönheit Avalon [ Pu der Bär ] verliebten Jack zu einem Bittgang beim örtlichen Waffenhändler Greedy Greg [ yes!: Michael Jai White ] und zu mehr Arbeit und Gefahr als ehedem geplant zwingt.

Immerhin, die Exotik ist hier wieder vorhanden, die wenigen Ausflüge von Seagal in den Südosten der Weltkugel sind im Nachhinein und rückblickend betrachtet fast das selige Seufzern wert. Die asiatische Verbindung – der Film soll im Alternativ- bzw. im ursprünglichen Titel auch The Mexican Connection lauten, was nach dem Umschreiben von Sizemores Idee nun überhaupt keinen Sinn ergibt und eher für Crossing Point (2016) vom gleichen Drehteam gilt – wird durch das aktive Nutzen seiner Location, allen voran Thailand und dem Antäuschen von Kambodscha und so viel Fernweh, Postkartenaufnahmen und Naturidylle sowie einheimischen Darstellern auf den scheinbar richtigen Weg gebracht und bietet tatsächlich visuellen, demnach honorierten, da sich explizit darum auch befleißigenden Mehrwert. Kein Ostblock, auch kein stumpfes USA; sondern die Freiheit und die saubere Luft einer sonnigen und sommerlich warmen Urlaubsattraktion, die wohl neben dem schnellen Geld für wenig Arbeit und dem Stellen einer wesentlich jüngeren und wesentlich schlankeren Ge(i)sha das größte Lockmittel in der Bewerbung für die Mitwirkung von Seagal war.

Spielen tut das so innig umworbene Zugpferd hier den Strippenzieher im Hintergrund, der anfangs zwar auch seinen Messerkampf, diesen allerdings gegen einen schmächtigen Opa, keinen ernstzunehmenden Gegner also und so wenig beeindruckend aussehend (und auch schlecht gefilmt) gewinnt, darüber hinaus aber nur am Busseln mit seiner schmächtigen Haremsdame und am Granteln und Flüstern über die ausgeraubten Banken und sein verloren gegangenes Geld ist. Diese Story steht dann auch im Mittelpunkt, und wird bereits von Beginn an von der unbeteiligten (und blassen) Avalon als eine Art fatales Märchen, mit dem Prinzen an ihrer Seite und dem Bösen aber schon dräuend im Hintergrund eben erzählt. Ein sehr naives Märchen, in dem das Unheil auch selbst und noch blindlings und durch recht geringen Verstand verschuldet ist und man keine Lehren schon aus der ersten schlechten Tat, sondern weiter die Kreise immer enger an den Tod heran zieht.

Das Märchen vom Sizemore ist so schön also nicht, zumal die Akteure in ihm nicht wirklich die Raffiniertesten auf der Welt sind, und die Sympathischsten so eher auch nicht.
Die Handlung schleicht vor sich hin und wird mit schicken Luftaufnahmen per Drohne eher befördert als durch das Gangster-Geschehen am Boden selbst, bekommt zwischendurch allerdings einen kleineren narrativen Kniff, der den Blickwinkel zumindest etwas verändert und schafft es nach und nach tatsächlich auch ein wenig, den schwächlichen Protagonisten, der die Weisheit nicht gelöffelt hat und die Trägheit auch nicht überwinden kann, als Interessenpunkt der noch mühsam vorhandenen Aufmerksamkeit hervorzuheben.
 
Auf der Schlussgeraden gibt es ein wenig Action, wird 2x ein zu zeitig eintreffender Polizeiwagen 'zersiebt', worauf sich dann der dicke Gangsterboss aus eigener Kraft auch in den Stand und gar den Beifahrersitz eines waffenstarrenden LKWS, auf der Verfolgung eines mit 50km/h auf der staubigen Cambodian Fury Road davon preschenden Fluchtautos hievt. Eigentlich Adrenalin pur, nur weiß man schon, wie das Märchen so ausgeht.

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