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Seagal rächt sich für die Ermordung seiner Frau und Tochter an zufällig ausgewählten Gangstern, die nichts mit dem Tod seiner Familie zu tun haben.

Das läuft so ab: Seagal erschießt Typen per Scharfschützengewehr, inklusive sau schlechten CGI-Blut. Anschließend kommen die ermittelten Polizisten an den Tatort und reden darüber wie professionell der Killer vorgegangen ist. Diese Abfolge wiederholt sich bis zum enttäuschenden Ende des Films.

Als weiteren Gegenspieler hat Seagal es noch mit einem ehemaligen Kollegen von den Special-Ops zu tun, der nun beim FBI tätig ist um Seagal zu jagen und dabei über Leichen geht.

Neben dem Scharfschützengeballer darf Seagal im Finalkampf noch etwas mit den Händen rumfuchteln, wobei er sich bei den meisten Szenen offensichtlich doubeln lässt. Um das zu kaschieren hat man bei den Szenen mit dem Double einfach nur den Hintergrund ausgeleuchtet, sodass man lediglich die Silhouetten kämpfen sieht. Beim Umschnitt auf die halbnahe Einstellung sind die beiden wieder gut erkennbar ausgeleuchtet, wobei Seagals rumtätscheln mit den Händen, eine Choreographie vermissen lässt. Generell wirken die Sniper-Szenen mit Seagal nachträglich eingefügt, sodass er selbst wohl kaum Zeit am Set verbringen musste. Analog dazu ist seine Screentime ebenfalls stark begrenzt und im Grunde hat er nur eine Nebenrolle. Das seine Figur wahllos terroristische Anschläge auf Gangster verübt, die auch nicht übertrieben böse und damit als eindeutig verabscheuungswürdig dargestellt werden, macht eine Identifikation mit Seagal äußerst schwierig. 

Die Story hält viele Ungereimtheiten parat und die "Plot-Twists" sind hanebüchener Schwachsinn. Schauspielerisch ist der Film genauso mau, allen vorrann, die blonde Stripperin, die als Zeugin im Fokus der Aufmerksamkeit sämtlicher konkurrierender Parteien (Polizei, FBI-Agent, Seagal, Gangster) steht und letztlich keine Funktion oder weitere Bedeutung im Film hat, der aber dennoch viel Screentime gegeben wird.

Und hier liegt das Hauptproblem: Warum 106 Minuten Film bei einer derart dünnen Story?  Die Figuren sind ohnehin niemals glaubwürdig oder interessant, daher hätte man das Elend in knackigen 80 Minuten abfrühstücken können. Die Action wäre verdichtet, das Tempo erhöt und der Zuschauer besser unterhalten. Sei es drum, dennoch ein erträglicher Seagal-Film.

Kurzum: 15 Minuten Death Wish meets Punisher mit Seagal, der CGI-Blut vergießt, während er aus der Distanz im sitzen wahllos Leute snipert. 90 Minuten Polizeiermittlungen ohne Seagal.



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