Wie eine Mixtur aus „Wrong Turn“ und „Rambo“ kommt das Drehbuch von Hauptdarsteller Paul Logan daher, welches er sich selbstverständlich auf den eigenen, muskelbepackten Leib zuschneiderte. Regisseur Jared Cohn orientierte sich bei der Umsetzung primär an Vorbilder aus den Achtzigern und Neunzigern, was speziell bei der Action durchschimmert.
Eigentlich wollte der ehemalige Navy Seals Spezialist John Crenshaw (Logan) seiner Freundin im feinen Restaurant einen Antrag machen, nun begleitet er sie kurzerhand beim Ausflug mit einigen Schülern zum Fotografie-Trip zum Sapphire Lake. Kaum dort angekommen, macht die Truppe Bekanntschaft mit einigen Rednecks und mutierten Hinterwäldlern. John muss rasch handeln, um die Gruppe aus den Fängen der bösen Wichte zu befreien…
Cohn versucht es erst gar nicht mit innovativen Einlagen, denn der beinahe schon obligatorische Einstieg mit jungem Paar im Wald, bei dem die Mutierten erstmals zum Einsatz kommen, eröffnet eine Fülle von klischeebehafteten Abläufen.
Die Schüler fallen recht stereotyp und austauschbar aus, nur ein versnobter Schwuler erweist sich als latenter Stinkstiefel. Bei den Fieslingen dominiert Costas Mandylor als Wortführer, Vernon Wells ist für die Hintergrundinformationen zu den Mutierten zuständig und bei Bill Moseley ist von vornherein klar, dass seine Figur mindestens eine doppeltes Spiel treibt.
Leider dauert es ein wenig, bis die Action in Kraft tritt. Bis dahin hätte man die Zeit besser nutzen können, als mit einem permanent lüsternem Paar und einem kitschigen Antrag.
Doch mit Einsatz der Ein-Mann-Armee kommt Laune auf, kleine Foltereinlagen wie Beinamputation, Nägel in Händen, herausgetrennte Zunge und blutiger Einschuss sind handgemacht, während die Kampfszenen ordentlich choreographiert sind. Das Editing erinnert ein wenig an die früheren Klopper mit van Damme, indem beispielsweise ein Kick aus verschiedenen Perspektiven schnell hintereinander geschnitten wird. Logan ist zwar kein übermäßiger Akrobat, doch den Fights schwingt eine angenehme Wucht mit.
Überraschungen darf man bei alledem natürlich nicht erwarten und aufgrund der vagen bis nicht vorhandenen Figurenzeichnungen hält sich das Mitfiebern in Grenzen, doch mit Einsatz der Action ist kein Leerlauf zu verzeichnen und im letzten Drittel gerät das Treiben sogar einige Male ein wenig spannend. Manch trockene Heldenkommentare und die teils überaus heroischen musikalischen Untermalungen bieten indes Futter für Trash-Freunde und insofern könnte der Streifen sogar als kleiner Partyfilm taugen.
6,5 von 10