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Eigentlich will John Crenshaw, ein ehemaliger Elite-Soldat, seine Freundin Selina und deren Studenten nur auf eine Naturfotografie-Expedition begleiten. Doch schnell entwickelt sich der Ausflug ins Grüne zum grauenvollen Horrortrip. Eine Horde von blutdürstigen Mutanten macht erbarmungslose Jagd auf die Truppe und bald ist Crenshaw ihre einzige Hoffnung den Wald lebend zu verlassen.


John Rambo trifft auf Wrong Turn


Das dürfte wohl ganz eindeutig die beste Beschreibung für die vorliegende Geschichte sein, denn einerseits lässt Regisseur Jared Cohn bei den vielen Action-Passagen die 80er und 90er Jahre wieder aufleben, um auf der anderen Seite den typischen Backwood-Slasher mit Rednecks und Mutanten auf die Menschheit los zu lassen. "The Horde" bietet dabei keinesfalls viel Neues, entpuppt sich aber als extrem kurzweiliger Mix aus Action und Horror und dürfte so zumindest bei eingefleischten Genre-Liebhabern ordentlich punkten. Die Story ist nahezu perfekt auf Hauptdarsteller und Ein Mann Kampfmaschine Paul Logan zugeschnitten, der rein zufällig nämlich auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Schon rein optisch gesehen nimmt man dem Mann den Ex Navy Seal jederzeit ab und auch die von ihm an den Tag gelegten Kampfkünste unterstreichen diesen Eindruck. Rein inhaltlich bekommt man die handelsübliche Story-Line angeboten und schon die kurze Eröffnungs-Sequenz gibt eine recht eindeutige Richtung vor, in die das Ganze letztendlich abzielen soll. Härte und eine ordentliche Portion Kunstblut sind anscheinend die Triebfeder des Szenarios, doch bis es erst einmal so richtig zur Sache geht, bekommt der Zuschauer zuerst einmal eine etwas zu lang geratene Einführung präsentiert. Nach der kurzen Eröffnung gleitet der Film nämlich erst einmal ins ruhige Fahrwasser ab und offenbart gut 35 Minuten eher belanglose Banalitäten. Es gibt die typisch stereotypen Charakter-Skizzierungen der Hauptfiguren und diverse Klischees, die in einem Werk dieser Art anscheinend nicht fehlen dürfen. Die Zeit hätte man ohne Weiteres etwas kurzweiliger gestalten können, denn mittlerweile können ein liebestolles Teenager-Pärchen und ein ziemlich kitschiger Heiratsantrag keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor locken.

Vergessen wir also ganz einfach die erste halbe Stunde, die bis auf eine recht ansehnliche Kampfeinlage in einer Bar nichts Nennenswertes zu bieten hat und widmen uns der restlichen Laufzeit, in der man dann für die zuvor etwas vergeudeten Minuten ordentlich entschädigt wird. Nun bekommt man nämlich die typische Backwood-Slasher Atmosphäre geboten, die sich mit dem Eintreffen der aus Rednecks und Mutanten bestehenden Horde breit macht. Die Grundstimmung verdichtet sich von einer Minute zur anderen und von der anfänglichen Unbeschwertheit ist weit und breit nichts mehr zu spüren. Cohn dreht auch recht gekonnt an der nun auftretenden Spannungsschraube, denn obwohl die Ereignisse sich im Prinzip recht vorhersehbar gestalten, kann man einen aufkommenden Nervenkitzel keinesfalls verleugnen. Die Ein Mann Armee Paul Logan läuft nun zur absoluten Hochform auf und stellt sich ohne jegliche Furcht dem zahlenmäßig weit überlegenen Gegner, der seine Freundin und die Studenten der Exkursion in seinen Fängen hat. Neben einem sehr ordentlichen Tempo verfügen die Ereignisse von jetzt an auch über einen äußerst ansehnlichen Härtegrad, denn derbere Passagen und reichlich Kunstblut treten von nun an immer öfter in Erscheinung. Innovativ gestaltet sich das Ganze dabei nicht wirklich, doch ganz ehrlich gesagt sollte man das bei einem Film dieser Art auch nicht unbedingt erwarten. Man weiß doch ganz genau das die meisten Backwood-Slasher nach einem bestimmten Muster ablaufen und so hat auch Cohn seine Erzählung aufgezogen.

Das mag sicher nicht jeden Geschmack treffen, denn schließlich hat man solche Szenarien schon unzählige Male zu Gesicht bekommen. Der geneigte Genre-Fan dürfte jedoch sehr wohl auf seine Kosten kommen, zudem trägt die Vereinigung mit dem Actionfilm doch ziemlich stark zu einem hohen Unterhaltungswert bei. "The Horde" ist definitiv kein Film der höheren Ansprüchen echter Cineasten gerecht werden kann, aber dafür ist die Geschichte auch überhaupt nicht ausgelegt worden. Die Zielgruppen der Horror-Freaks und Action-Jünger dürfen sich allerdings über einen wirklich sehenswerten Beitrag freuen, bei dem man lediglich in der Anfangsphase ein paar Minuten zu viel verschenkt hat. Überraschungen oder Aha-Momente gibt es allerdings nicht, denn auch der zum Ende hin eingebaute Plot Twist von Cohn kann Kenner des Genres nicht wirklich überraschen. Das ändert jedoch nichts daran das sich im Endeffekt ein sehr stimmiger Gesamteindruck ergibt, den "The Horde" auf jeden Fall hinterlässt.

Es gibt weitaus schlechter unterhaltende Beiträge als den vorliegenden Film, der gut 84 Minuten lang kurzweilige und stellenweise äußerst blutige Genrekost anbietet. Die üblichen und notwendigen Zutaten wurden mit starken Action-Einlagen kombiniert und ein wie der gute John Rambo auftretenden Hauptdarsteller trägt sein Übriges dazu bei, das man zu einem überdurchschnittlich guten Gesamteindruck gelangen sollte. Das bezieht sich natürlich nur auf die genannten Zielgruppen, denn für Leute mit höheren Ansprüchen dürfte "The Horde" ganz bestimmt nicht geeignet sein.


Fazit:


Cohn und Logan haben hier ordentliche Arbeit abgeliefert und zumindest einen sehenswerten Backwood-Slasher mit starkem Action-Einschlag abgeliefert. Bis auf ein etwas zu belangloses erstes Filmdrittel gibt es nichts zu bemängeln, so das man für Genre-Liebhaber durchaus eine dicke Empfehlung aussprechen kann.


7/10

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