Nach dem recht starken „Disturbia“ probierte Regisseur D.J. Caruso mehrere Genres aus, um mit vorliegendem Werk den ersten Horrorfilm abzuliefern. Leider wird der Titel in die Tat umgesetzt, denn „Disappointments Room“ liefert eine herbe Enttäuschung auf mehreren Ebenen.
Nach dem plötzlichen Tod ihrer drei Monate alten Tochter ziehen Dana (Kate Beckinsale), ihr Mann David (Mel Raido) und ihr siebenjähriger Sohn Lucas (Duncan Joiner) aufs einsame Land, um ein altes Gutshaus wieder instand zu setzen. Nach einer Weile entdeckt Dana einen Raum auf dem Dachboden, der nicht in den Bauplänen verzeichnet war und ein düsteres Familiengeheimnis verbirgt…
Von dem satten Budget von rund 15 Millionen Dollar spielte der Streifen nicht einmal ein Drittel wieder ein, wobei man sich wirklich fragen muss, wohin die Kohle geflossen ist. Denn weder die Ausstattung ist besonders, noch werden sonderliche Schauwerte aufgefahren, von Spezialeffekten ganz zu schweigen. Erstaunlich, dass eine erblondete Beckinsale ganz ohne Lack und Leder noch so viel wert ist, obgleich sie hier völlig austauschbar daherkommt.
Das trifft auf die komplette Geschichte zu, welche zunächst zahllose Klischees bedient und sich viel Zeit nimmt, die zwar sympathische, aber nicht sonderlich markante Familie einzuführen. Erste Anzeichen von paranormalen Gegebenheiten lassen lange auf sich warten und diesbezüglich kommt das Treiben nicht über huschende Schatten und Erscheinungen aus vergangener Zeit hinaus. Die Welle von Beckinsale ist immerhin zu jeder Zeit frisch geföhnt, die Glaubhaftigkeit bezüglich eines nächtlichen, schweißgebadeten Alptraums tendiert allerdings gegen Null.
Derweil schleppt sich die Chose, halbwegs interessant eingeführte Nebenfiguren wie eine alte Bibliothekarin oder ein junger Handwerker bleiben weitgehend auf der Strecke, da ihre angedeuteten Funktionen im Verlauf komplett vernachlässigt werden und der Raum der Enttäuschungen rasch den tragischen Hintergrund offenbart, welcher auf einigen historischen Begebenheiten beruht. Als Aufhänger macht sich dieser Background gut, in der Ausführung mangelt es indes an der entsprechenden Tragik, der notwendigen Dramaturgie. Ein paar lieblos hingerotzte Flashbacks retten da auch nichts mehr.
So wird immer wieder nachgehakt, ob Dana denn weiterhin ihre Pillen schluckt, Kater „Frechdachs“ macht seinem Namen leider keine Ehre und bleibt ein belangloser Stubentiger, die Kulisse des Anwesens mit Gewächshaus, viel Farn, dichtem Unterholz und uralter Statur wird kaum ausgereizt und allenfalls der Score von Brian Tyler vermag in Ansätzen Akzente zu setzen. In den letzten zwanzig Minuten wird tatsächlich noch ein wenig an der Temposchraube gedreht und man wundert sich hinsichtlich eines zermatschten Schädels über die großzügige FSK16, doch ansonsten überrascht hier rein gar nichts.
Entsprechend enttäuscht auch die Pointe des konventionellen Spukhausstoffes, zumal diese bereits im Mittelteil erahnbar wird. Es mangelt an atmosphärischer Dichte und spannenden Einlagen, an innovativen Gruseleinlagen sowieso. Da retten die passablen Mimen nicht mehr viel, während sich Becksinsale besser rasch wieder in die gewohnte Kluft schmeißen und ein wenig mit Werwölfen und Vampiren tollen sollte – kommt im Vergleich weitaus glaubhafter rüber…
3,5 von 10