Der aus Panama stammende Roberto Durán zählt zu den zehn größten Boxern aller Zeiten. Er wurde Weltmeister in vier Gewichtsklassen und beendete seine Karriere 2001 im Alter von 50 Jahren. Fürs Biopic konzentriert sich Regisseur Jonathan Jakubowicz auf die Zeit zwischen 1971 und 1983.
Durán (Edgar Ramirez) wächst ohne Vater in den Ghettos von Panama-City auf und entdeckt bereits als Kind seine Leidenschaft fürs Boxen. Seinen ersten Profikampf bestreitet er mit 16. Als ihn der Trainer Ray Arcel (Robert De Niro) unter seine Fittiche nimmt, wartet schon bald ein Weltmeisterschaftskampf gegen Sugar Ray Leonard (Usher)…
Es ist die fast schon obligatorische Geschichte eines Underdogs der sich nach oben kämpft.
Als Kind wird Roberto einige Male Zeuge des Panamakonflikts, wodurch seine Abneigung gegenüber den USA herausgearbeitet wird, kurze Zeit später lernt er Felicidad (Ana de Armas) kennen, mit der er eine Familie gründet.
Jakubowicz reißt einige Aspekte an und klappert die wesentlichen Stationen des Boxers im Eilverfahren ab, wodurch vieles oberflächlich erscheint, während Boxsportfreunde ein wenig ungeduldig auf den ersten Fight warten.
Auch in diesen Belangen wirkt vieles zu komprimiert. Trotz der passablen Choreo und einer recht versierten Kamera kommen die Kämpfe zu gestrafft, wodurch sich nur bedingt Spannung aufbaut. Speziell die erste Auseinandersetzung mit Sugar Ray Leonard hätte ein wenig ausgiebiger ausfallen dürfen, anstatt auf eine kurze Softsexszene mit selbigem zu setzen, was für die Handlung wahrlich nicht relevant ist. Allerdings sind die jeweiligen Boxstile sehr gut auf den Punkt gebracht und auch die Atmosphäre im Madison Square Garden wird glaubhaft transportiert.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Starbesetzung. Robert De Niro weiß bereits seit „Wie ein wilder Stier“ wie es im Ring abgeht, als überwiegend besonnener Trainer steht er oftmals im Kontrast zum launigen Durán, der, obgleich er von Ramirez mit viel Leidenschaft verkörpert wird, nicht immer sympathisch rüberkommt. Ana De Armas präsentiert sich in ein, zwei Szenen relativ freizügig, performt jedoch in den wesentlichen Momenten sehr gut.
Nebendarsteller wie Ellen Barkin oder John Turturro kommen indes kaum zum Zug.
Eine lange und bewegte Karriere innerhalb von 115 Minuten konzentriert vorzutragen, ist Jakubowicz nur bedingt gelungen. Zwar punktet die Ausstattung, welche den jeweiligen Nerv der Zeit genauso gut trifft wie die musikalische Untermalung, doch erzählerisch schweift er oftmals ab, greift Themen wie die Kommerzialisierung des Boxens aufgrund von Fernsehübertragungen auf, um im nächsten Moment zum Ehestreit überzugehen, während die Kämpfe deutlich zu kurz ausfallen.
Dennoch ein interessanter Blick hinter die Kulissen, den zumindest eingefleischte Boxsportfreunde mitnehmen können.
6 von 10