Zwei Kanonen für ein halbgares Hallelujah
"Central Intelligence" war der Kinoüberraschungserfolg seines Jahrgangs. Vor allem in Übersee. Die rasante Actionkomödie diente als eindeutiger Beweis, dass The Rock einer der letzten Megastars ist, der noch Massen in die Lichtspielhäuser locken kann. Eine ausgestorbene Gattung. Seitdem floppte zwar "Baywatch", völlig zu recht, doch mit "Rampage" und "Skyscraper" wird er diesen Sommer sicher wieder gut den breiten Mainstream unterhalten. In "Central Intelligence" verbindet den Wrestlinggiganten eine Quasi-Freundschaft mit Kevin Hart, da dieser ihm in der High School einmal zur Seite stand. Mittlerweile hat sich nach zwanzig Jahren Einiges getan und das ungleiche Duo durchlebt einen recht unwichtigen Actionplot, in dem es alle paar Minuten kracht, mit dem man lacht und der meist kurzweilig Spaß macht. Selbst wenn das exzellent aufgelegte Buddy-Duo einen viel besseren Film verdient gehabt hätte. Sie lassen ihn Ligen über seinem eigentlichen Niveau spielen.
Kevin Hart und The Rock. Mehr braucht dieser rasante Ritt nicht um gut zu unterhalten. Der Film verlässt sich völlig auf seine zwei Funken sprühenden Stars und deren ansteckend explosive Chemie. Und er tut gut daran, denn viel mehr haben Script und Inszenierung leider nicht auf dem Kasten. Wären die beiden geilen Entertainer nicht (sorry für die Sprache, aber das muss bei diesen Typen sein!), dann könnte man den erstaunlich beliebigen Actioner vergessen, dann würde er nicht funktionieren, dann würde es ihn gar nicht geben. Kein Wunder, dass die "Jumanji"-Macher um dieses Dream Team nicht herum kamen. "Central Intelligence" hat nicht viel Intelligenz, aber das Herz sitzt da wo es sein sollte. Man hat seit den ersten Stormtroopern wohl noch nie so viele Kugeln ihre Ziele verfehlen sehen, doch die Jokes sind wesentlich treffsicherer. Von Slapstick über Wortwitz bis zur Metaebene ist alles dabei. Und den Rest übernimmt der große Johnson und sein kleiner Hart. Gute Unterhaltung. Auf einem seichten Niveau. Kann man mal machen. Muss man sogar manchmal um den Kopf wieder frei zu kriegen. Der perfekte Streaming-Film für einen verregneten Wochendnachmittag. Niemals etwas für die Sammlung. Aber einmal sehen bereut keiner.
Fazit: wie ein solider Hamburger - schnell verdaut, schnell vergessen, schnell gemacht. Etwas schlechtes Gewissen. Aber währenddessen leichter Spaß und fettige Kinokalorien. Muss nicht allzu oft sein. Sollte nicht allzu oft sein. Aber wenn es mal fix gehen muss, ziemlich ideal. Als Lachnummer wesentlich stärker wie als Actiongranate.