"Lucky Boy" Jesse, gerade aus dem Knast entlassen, will sauber bleiben und nicht wie sein Vater als Lebenslänglicher enden. Dem passionierten Drummer und Biker bietet sich die Chance, in einer Band zu spielen. Aus Freundschaft zu seinem drogensüchtigen Ex-Knastkumpel Larry läßt er sich aber von diesem und seiner Gang zu einem letzten Drogendeal überreden. Der geht gründlich daneben und das Paar muß fliehen - gejagt von Ex-Kumpeln, Cops und Dealern.
Da hofft man einen netten kleinen B-Actioner mit dem kämpferisch sehr talentierten Herrn Dacascos zu sehen und bekommt dann solch einen filmischen Hirnriss zu sehen. Die einzige Freude an diesem Werk war lediglich ihn von der Glotze aufgenommen zu haben und keine Kohle in eine DVD investiert zu haben. Hard Proof mangelt es wirklich an allem, was man gemeinhin braucht um wenigstens einen einigermaßen brauchbaren Streifen auf die Beine zu stellen. Allein schon das Konzept hat hinten und vorn keinen Sinn. Erst so circa nach einer halben Stunde kann man überhaupt erahnen, was dieser gepanschte Wein aus Drama, Road/Buddy Movie, Drogen/Rache-thriller oder Action Versatzstück überhaupt sein will. Ehrlich gesagt, so ganz genau weiß ich es einen Tag später immer noch nicht so ganz.
Das geht dann schon beim Hauptdarsteller los. Ich mag Marc Dacascos und sehe ihn auch immer gern kämpfen, weil der Knabe wirklich einiges auf dem Kasten hat, auch wenn sein Schauspiel nie zu einem Oscar-Magnet werden wird. Hier gibt es zu Beginn und im Showdown abgezählte anderthalb Action Sequenzen und selbst hier wird auf Martial Arts kaum wert gelegt. Wollte sich hier Marc im ernsthaften Fach etablieren, sonst macht sein Engagement hier herzlich wenig Sinn. Oder doch seine vielleicht vorhandenen Fertigkeiten als Drummer, hier ist sein großes Ziel nach dem Knastaufenthalt die Trommelstöcke in einer eher heruntergekommenen Band zu spielen, nachdem er zufällig bei einem Gig den Drummer vertreten durfte. Klar, da steht jemand Unbekanntes im Publikum, nachdem der eigene Schweinefellschläger drogenumnebelt zusammenkippt, der dann prompt auch alle Songs der Band kennt, holt ihn auf die Bühne, das sind doch alles Geschichten, die das Leben schreibt. Lustig fand ich dafür seinen neuen Spitznamen, man kennt ihn nicht, er spielt Drums, wie ist da der logische Spitzname für den Neuling? „Elvis“ natürlich, ist doch klar.
Aber auch sonst überschlägt sich das Script an Kuriositäten und schlichten Dummfug. Man denkt als Zuschauer, das sich Jesse nach dem geplatzten Drogendeal als Undercover-Agent outet, um die wirre Drogenkommune (Marke einer blöder als der andere) mal eben hochzunehmen, was zwar ein alter Hut aber wenigstens ein spannungsgeladener Actionthriller werden könnte. Stattdessen outet er sich lieber Homo-Kumpel von Larry und flieht mit dem in ein Wüstenmotel, wo dann wirklich Charaktere jenseits aller Realität präsentiert werden. Dazu besteht der komplette Mittelteil eigentlich nur aus einer einzigen Wortblase, den dann die auch alles andere als überzeugenden Darsteller lustlos rezitieren und beim Seher allmählich so die Langeweile ins rechte und die steigende Verzweiflung ins linke Auge prügeln. Bis man dann zum kurzen, aber zumindest noch einigermaßenen Endkampf mit Kampfprofi Nummer zwei im Cast James Lew kommt, werden das wohl leider die wenigsten noch im wachen Zustand erleben.
So sehr ich mich auch bemüht habe hier irgendetwas rauszuziehen, es war vergeblich und dabei fand ich den öffentlich ähnlich runtergeputztem Living Target mit Dragon Wilson sogar auch noch in Ordnung, hier bleibt kaum etwas außer Ärgernis über verlorene Zeit zurück. Kaum überraschend, das dies das Erste und gleichzeitig letzte Werk des Regisseurs war.
2/10