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Seit ihr Mann und ihr Stiefsohn bei einem Verkehrsunfall schwer verunglückten, hat sich das Leben der von Naomi Watts gespielten Kinderpsychologin stark verändert. Da ihr Gatte bei dem Unfall verstorben ist, muss sie ihren nun hirntoten Sohn in ihrem abgelegenen Haus rund um die Uhr allein pflegen. Eines Nachts bricht schließlich einer ihrer kleinen Patienten in ihr Haus ein, verschwindet dann aber plötzlich wieder, woraufhin sich allerhand Merkwürdiges abspielt.

Wer mag sie nicht: Psychothriller mit mysteriösen Begebenheiten, sich steigernden übernatürlichen Vorgängen und einer überraschenden finalen Auflösung, die alles in ein neues Licht rückt, aber am Ende eines logischen Prozesses steht? Viele mögen diese Filme im Stile von „The Sixth Sense“, was allein schon das gigantische Einspielergebnis dieses modernen Klassikers dokumentiert. „Shut in“ dagegen wird es in den USA nicht einmal auf ein Boxoffice von 10 Millionen Dollar bringen, obwohl Naomi Watts für das Projekt gewonnen werden konnte. Das überschaubare zahlende Publikum hat jedenfalls nicht allzu viel für sein Geld geboten bekommen...

Der britische Regisseur Farren Blackburn, der bisher vorwiegend bei TV-Serien wie „Doctor Who“ oder „Daredevil“ engagiert war, setzt ausschließlich auf die Genre-typischen Elemente, sodass sein Film fast gar kein eigenes Profil entwickelt. Die Protagonistin wohnt allein in einem entlegenen Haus zusammen mit ihrem hirntoten Sohn und wird von Alpträumen und Visionen geplagt - oder befindet sich doch irgendetwas in ihren vier Wänden (natürlich im Keller, wo auch sonst?)? Zum Showdown kommt es derweil selbstverständlich genau dann, wenn draußen ein Schneesturm wütet und die Psychologin von der Außenwelt abgeschnitten ist. Behäbig erzählt und mit ein paar leidlich erfolgreichen Schockmomenten garniert, bietet „Shut in“ so letztendlich nicht mehr als gepflegte Langeweile.

Mit einer guten Auflösung hätte sich der Film wohl noch ins Mittelmaß retten können, doch die ist irgendwo zwischen überkonstruiert und hanebüchen einzuordnen. Außerdem folgt im Anschluss ein überlanges Finale, bei dem Blackburn weiter ganz ungeniert im Klischee-Fundus des Horror- und Thriller-Genres plündert. Der Mörder durchschlägt die Kellertür im „Shining“-Stil, während sich die Verfolgten im Kleiderschrank verstecken. Er wird mehrfach überwältigt, aber nicht entscheidend außer Gefecht gesetzt - und das Ganze quasi in Endlosschleife. Dagegen kommt auch die überzeugende Naomi Watts nicht an, die sich mit diesem Film definitiv keinen Gefallen getan hat.

Fazit:
Ein Psycho-Thriller zum Vergessen: klischeehaft, überkonstruiert und zäh.

28 %

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