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"Raja Babu": Zwischen Dorfromantik und Drama

Raja Babu ist ein typisches Produkt der 90er-Jahre-Bollywood-Komödien: laut, bunt, überdreht – und dennoch mit einem gewissen Charme. Unter der Regie von David Dhawan liefert Govinda in der Hauptrolle eine energiegeladene Performance ab, die von seinem komödiantischen Timing lebt. Unterstützt wird er von einem Ensemble, das vor allem auf Slapstick und überzeichnete Charaktere setzt, allen voran Shakti Kapoor und Kader Khan, die für viele der Lacher verantwortlich sind.

Die Geschichte ist eine Mischung aus romantischer Verwechslungskomödie, familiärem Pathos und etwas Action – typisch für das indische Mainstream-Kino jener Zeit. Zwar verliert der Film in der zweiten Hälfte an Tempo und driftet streckenweise ins Übertriebene ab, doch gerade Fans nostalgischer Bollywood-Unterhaltung werden sich daran kaum stören. Die Musik von Anand–Milind ist eingängig und erfüllt ihren Zweck, ohne allerdings länger im Ohr zu bleiben.

Was Raja Babu fehlt, ist erzählerische Tiefe. Viele Handlungswendungen wirken vorhersehbar oder künstlich dramatisiert, und die Entwicklung der Figuren bleibt oberflächlich. Trotzdem gelingt es dem Film, mit seinem Mix aus Humor, Emotion und einem Schuss Drama zu unterhalten – vorausgesetzt, man ist offen für den typischen Stil dieser Ära.

Insgesamt ist Raja Babu ein unterhaltsames, aber nicht außergewöhnliches Werk, das vor allem durch seinen Hauptdarsteller und den nostalgischen Wert punktet.

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