Review

Abstieg in allerlei austauschbare Avantgarde-Arthouse-Appartement-Alpträume


Mickey Keating ist ein frustrierender Regisseur. Wahrscheinlich sogar einfach ein richtig schlechter. Sein Alien-Schocker „Pod“ kann man sich noch geben - der Rest balanciert irgendwo zwischen enttäuschend bis Körperverletzung. Fast immer durchaus stylisch, aber noch viel öfters unheimlich hohl, leer, überheblich und nichtssagend. Es ist absolut kein Wunder, warum der gute Mann seit dem schrecklichen „Psychopaths“ keinen Film mehr gemacht hat. So hart es auch klingen mag: dabei kam einfach nichts rum und vielleicht ist er in einem anderen Job besser aufgehoben. Böse, aber eher Fakt als Meinung. Isso. Vielleicht reicht's für Musikvideos gerade noch so. 
„Darling“, über eine langsam dem Wahnsinn verfallende Frau in einem feinen New Yorker Appartement, ist da keine Ausnahme. Die knackige Hommage an Polanski und Co. sieht optisch oft überragend aus, doch das ist nur Fassade. Wirklich nur schicke, egale Hülle.

 Bewerbungsmappenfüllmaterial. Aber kein ausgewachsener Film. Der Rest ist nämlich 1A-Schlafmittel. Nervig und... kacke? Lauren Ashley Carter fungiert als mehr oder weniger One-Woman-Show noch zumindest aufopferungsvoll und engagiert, die Soundkulisse kann verstören und die ein oder andere Sequenz ist mäßig gruselig. Doch die meiste Zeit ist das ein Alpträume der Gähner und des Achselzucken. Die Figuren sind einem egal, man wird nie das Gefühl eines Blenders und Angebers los, trotz kurzer Laufzeit zieht sich der schleichende Wahnsinn unfassbar und das audiovisuelle Potenzial wird sträflich liegen gelassen. Das ist Slowburn-Horror der schlechtesten, unbegabtesten Sorte und sollte nicht in einem Atemzug mit „The Witch“ und Co. genannt werden. Das hier wirkt eher wie der Versuch eines Fans, der aber leider Gucker bleiben und nicht Macher werden sollte. Nochmal: klingt hart und gemein, die meisten von uns machen ja immerhin gar keine Filme und die Eier kann man ihm nicht absprechen, aber da ist was dran. Denn Talent, abgesehen von einem soliden Auge, kann ich hier bei aller Sympathie nirgends ausmachen.
 
Fazit: klassischer Fall von Style over Substance. Kein neuer „Repulsion“, kein Kult, kein nahe gehender Horror. Das. Ist. Nicht. Genug. Nichtmal ansatzweise. 

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