Review
von Leimbacher-Mario
Re(tro)-Animator
„Patchwork“ ist eine freche, bissige, kanadische Horrorkomödie über drei junge Frauen, die von verrückten Studenten/Wissenschaftlern zu einem frankensteinartigen Wesen zusammengeklöppelt werden - doch dann beginnt der Spaß und die weibliche Rache erst so richtig, da die drei sehr unterschiedlichen Ladies in einem Körper ohne Schmerzempfinden nach anfänglichen Schwierigkeiten doch zügig zusammenfinden und zusammenarbeiten, gerne zu Hammer und Kreissäge greifen...
Ganz in der Tradition von „Frankenhooker“ oder „Re-Animator“ kommt diese feministische, spaßige und sympathische Splattersause, bei der es einen wundert, warum kein Genrefestival vor 5 Jahren (oder Streamingriese seitdem) zuschlug und hierzulande für Zuschauer oder gar Fans sorgte. Sei’s drum, „Patchwork“ wird es auch so schaffen. Hoffentlich. Oder zumindest so, dass ihn noch ein paar Horrorheads sehen. Das hätte diese Drei-In-Eins-Braut verdient, selbst wenn das Ding insgesamt natürlich nicht ganz an die zitierten Vorbilder heranreicht. Amüsiert war ich in jedem Fall. Die handgemachten Effekte und Masken kriegen einen Daumen hoch, die Laufzeit könnte kaum knackiger sein, alle Darstellerinnen spielen super, die Frauen hatten klare Eigenschaften, Kanten und Sympathien auf ihrer Seite, alles ist hochwertig und augenzwinkernd gestaltet ohne jedoch in Sachen Brutalität und Horror allzu sehr auf die Bremse zu treten. Und der größte Pluspunkt: trotz deutlicher (woker?) Agenda schlägt der Splattererguss nie übel auf oder wirkt predigend, einseitig oder überzogen. Ganz im Gegenteil, das Ding rockt und man gönnt den Mädels ihren Spaß, ihre Rache, ihre Blutbäder. So macht man neue Nostalgie. Selbst wenn der Exzess und die Sauereien noch ausführlicher und feuchtfröhlicher hätten ausfallen dürfen. Dennoch: lang fliege die KATZENEULE!!?!
Fazit: Reißt euch zusammen, Ladies! „Patchwork“ ist ein feministischer Flickenteppich der saftigsten Sorte. Augenzwinkernd, nahtlos und perfekt unperfekt. Kleine Mängel wie blasse Bösewichte nimmt man da nicht übel.