Wer einmal Vampire jagt, der hat meist auch später mit den Biestern zu tun, und so darf sich das Hauptdarstellerduo aus „Fright Night“ erneut mit Blutsaugern rumquälen.
Dabei freut sich der Therapeut von Charley Brewster (William Ragsdale) gerade einen Ast, denn nach dreijähriger Therapie hat er Charley davon überzeugt, dass der im Vorgänger gemeuchelte Jerry Dandrige zwar ein Verbrecher, aber kein Vampir war. Peter Vincent (Roddy McDowall) moderiert derweil immer noch die Horrorshow „Fright Night“, schmeißt regelmäßig seine Manuskripte weg und plaudert aus dem Nähkästchen von seinem Kampf gegen Blutsauger, was seine Produzenten zur Verzweifelung treibt. Der Zuschauer hingegen hat großen Spaß an dem munteren Beginn.
Die Freundin von damals ist allerdings passe, nun geht Charley am College mit Alex (Traci Lind) aus, doch in letzter Zeit läuft ihm immer wieder Regine (Julie Carmen) und deren Gefolge über den Weg. Was Charley nicht weiß: Regine ist Dandriges Schwester und auch ein Vampir. Doch sie tarnt sich als Performance-Künstlerin, die einen auf Vampir macht, um Charley und Peter an der Nase herumzuführen, als diese den Braten riechen.
Doch an genau den beiden will sie Rache für ihren Bruder nehmen und hat einen perfiden Plan geschmiedet, dessen erste Stufe es ist, Charley zu beißen, damit er selbst langsam zum Vampir wird. Von da an beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit...
An den ersten Teil kommt „Fright Night 2“ leider nicht an, da dessen satirische Qualitäten hier leider etwas zu kurz kommen. Ein vom Pech verfolgter Werwolf sorgt für Amüsement, sowie Peters Aufzählen von Filmen, in denen er mitgespielt hat, als man sich mit Requisiten aus diesen zwecks Vampirbekämpfung eindeckt. Ansonsten finden sich kaum Anspielungen aufs eigene Genre, es wird nur mal „Dracula“ gelesen und man bezeichnet Peter als „Fearless Vampire Killer“, was auf den Originaltitel von Polanskis „Tanz der Vampire“ anspielt. Sonst sind die Witze aber eher dünn gesät und neue Ideen, wie die des ersten Teils einen klassischen Vampir in urbane Umgebung zu verfrachten, sucht man hier vergebens.
So präsentiert „Fright Night 2“ in erster Linie (aus dem ersten Teil) Bekanntes, aber dies immerhin auf recht kurzweilige Art und Weise. Große Längen besitzt der Kleinkrieg zwischen Vampirdame und Vampirjäger auch nicht, nur viele Überraschungen darf man auch nicht erwarten (von der Enthüllung des Psychiaters am Bahndamm mal abgesehen). Doch vom Altbekannten gibt es hier halt mehr als im Vorgänger, denn Regines Gefolge ist größer als das ihres Bruders und bietet mehr Möglichkeiten für Zoff.
Jene Auseinandersetzungen zwischen Menschen und Vampiren sind dann auch recht schick in Szene gesetzt und präsentieren (zumindest in der uncut Fassung) ein paar nette Effekte: Die Fieslingen spielen mit einen menschlichen Kopf Bowling, mehrere Widersacher werden formschön dahingeschmolzen und einem Bösewicht quellen Maden aus dem aufgeschlitzten Bauch. Die FX kommen auch noch schön Oldschool und handgemacht daher, womit „Fright Night 2“ zumindest in diesem Bereich dem Vorgänger in nichts nachsteht.
William Ragsdale gibt Charley Brewster auch im zweiten Anlauf recht überzeugend, doch wird hier von Roddy McDowall an die Wand gespielt. McDowall gibt den schrulligen Altstar hier mit so einer Hingabe und Selbstironie, dass es eine Wonne ist. Traci Lind hingegen bleibt etwas blass, während Julie Carmen als fiese Vampirlady recht überzeugend rüberkommt.
Unterm Strich ist „Fright Night 2“ recht solide Unterhaltung mit netten Gags und guten Effekten, die aber (vor allem im Vergleich zum ersten Teil) einfach nichts Neues bietet und so auch der Plot sich nicht gerade durch Innovationen hervortut.