Review

iHaveCNit: Himmelskind (2016)

Marketing ist für einen Film sehr wichtig, es schürt Erwartungshaltung, muss Appetit auf den Film machen, und uns bereits ein wenig vom Film offenbaren. Das Endergebnis eines Teasers oder eines Trailers kann schon immensen Einfluss auf die Wirkung des Films haben. Im positiven, wie auch im negativen Sinne. Für mich gab es in diesem Jahr schon einen Film, der durch seine Trailer den kompletten Film wie ein absolut schlecht geschriebenes Machwerk dastehen hat lassen. „The Huntsmen and The Ice Queen“ hat dem Zuschauer im Verlauf des Films das Gefühl gegeben, mehr als die Filmcharaktere zu wissen und uns für dumm zu verkaufen. Nun ist ein zweiter Film in diesem Jahr extrem stark in die Trailerfalle getappt und muss sich leider zu den schlechten Filmen gesellen, die ich dieses Jahr gesehen haben.

Es geht in diesem Film um die wahren Ereignisse im Leben von Anna Beam, die an einer schweren Darmkrankheit erkrankt ist und durch deinen Sturz beim Baumklettern wie durch ein Wunder geheilt wird – Und auch um die aufopferungsvolle Hilfe ihrer Mutter Christy und den Zusammenhalt in der Familie.

Ein Kind wird schwerkrank, klettert auf einen Baum, fällt tief und wird wieder geheilt – Ist diese Geschichte wahr oder ist sie frei erfunden ? – was sich anhört wie der Stoff für eine Vignette einer X-Factor-Episode ist der Aufhänger für einen kompletten Film von knapp 110 Minuten, dessen Handlungsverlauf mit allen Höhepunkten bereits im Trailer vollumfänglich preisgegeben wurde. So verbleibt im Film ein herzerwärmendes Familiendrama, das extrem lange Zeit braucht, zum Punkt und zum Ende zu kommen. Bis dahin lässt er uns eine Abwärtsspirale immer weiter nach unten wandern, um uns einen Tiefschlag nach dem anderen zu verpassen. Nebenbei werden uns immer religiöse Botschaften vermittelt, um die Kraft von Glauben, Wundern und Gott als alles Entscheidende zu verkaufen. Für einen Atheisten wie mich ist das ganze eben sehr fragwürdig und emotional nicht wirklich greifbar, auch wenn ich selbst im Alter von 5 Jahren durch eine Blasenperforation eine Nabelentzündung/Darmlähmung gehabt habe, die mein Leben beinahe beendet hätte.

Die Schauspieler leisten alle einen routinierten Job, der allerdings nicht weiter nennenswert ist. So verleibt ein engagiertes und couragiertes, sehr herzerwärmendes Familiendrama übrig, dessen Marketing und die Laufzeit ein extremes Problem sind.

„Himmelskind“ - My First Look – 4/10 Punkte.

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