Review

Endlich wieder eine Stephen King-Verfilmung, die auf einem Buch des Meisters basiert als Kinofilm.

Leider in Deutschland nicht im Kino ausgewertet aber da dies ja nicht unbedingt ein Hinweis auf die filmische Qualität sein muss (sondern nur auf die erwartete Gewinnspanne), ist der Film mit beinahe zwei Jahren Verspätung zu Beginn des Jahres 2017 auch endlich zu begutachten.

Zunächst sei gesagt, dass meine persönlichen Erwartungen eher im Mittelfeld angesiedelt waren, hat doch die Buchvorlage Stephen Kings Rückkehr zu neuen Höhen bedeutet und einen, seiner Zeit etwas vorauseilenden, Beitrag zum Thema "Handy-Zombies" geliefert, der mir sehr gut gefallen hat.

Der Zuschauer ist von Beginn an mitten in der Handlung und hat mit John Cusack (der in jedem neuen Film irgendwie optisch "kontrastreicher" wirkt) auch eine recht sympathische Identifikationsfigur im Fokus.
Mit allerlei filmischen Mitteln, die dem schon oft erwähnten schmalen Budget gemäß nur teilweise einfallsreich anzuschauen sind, bekommen wir eine "Walking Dead" - mäßige Reise einiger Charaktere zu sehen, nur dass es hier von Anfang an klar ist, was das Ziel der wandernden Menschen ist - nämlich die Familienzusammenführung.

Der Funke springt zu keiner Zeit so richtig über, so dass einem die Charaktere nicht gerade ans Herz wachsen, man aber trotzdem erschüttert ist, wenn den einen oder anderen ein unerwartetes Schicksal ereilt.
Doch trotzdem bleibt die Reise stets spannend und die Einzelmotivationen nachvollziehbar.

Samuel L. Jackson ist ein guter Sidekick der Hauptfigur und auch die spärlich auftretenden Nebendarsteller spielen ihre Rollen gut. 

Das klingt alles positiv und ist es auch gemeint, denn wenn mir eines an einer Verfilmung von Stephen King wichtig ist, dann ist es die Atmosphäre, die erkennbar aus dem Buch in den Film transportiert wird. 
Diese ist hier definitiv vorhanden und genau darum mag ich "Puls" sehr gerne. Wenn das Grauen (in diesem Fall das Handy-Signal) über das Leben der Protagonisten hereinbricht und das anschliessende Gefühl der Ausweglosigkeit und das Zusammenraufen mit bisher unbekannten Personen seinen Lauf nimmt, dann hat man die Essenz eines Stephen King eingefangen.

Auch wenn der Blick ins Innere der Hauptfiguren hier etwas aufgesetzt wirkt, ist er dennoch vorhanden und genau darin beweisen Kings Werke in Buchform ihre Stärke.

Dass das auf filmisches Format bezogen nicht zu 100% gelingen kann, sollte einem schon klar sein, wenn man sich vor eine Roman-Verfilmung setzt.

Bereits im von vielen ungeliebten "In einer kleinen Stadt" und dem erfolgreicheren "Der Nebel" gelingt dies hervorragend - Filme, die ebenso die Essenz des Stephen King auf die Leinwand bannen konnten aber vielleicht als rein filmische Werke kein Alleinstellungsmerkmal haben.

Von daher bescheinige ich jedem, der sich auf "Puls" einlässt, einen zwar nicht durchgängig spannenden aber immer überzeugend düsteren Trip durch eine Welt, die heute, zehn Jahre nach Erscheinen der Romanvorlage, ganz und gar nicht mehr so abwegig erscheinen mag wie noch 2006.

Das vom Buchende abweichende Ende des Films bleibt dabei schön kafkaesk dem Stil des Filmes treu und ist für mich eine gelungene Änderung.
Mit etwas mehr Budget wären sicher die Schauwerte epischer geworden aber schließlich ist inzwischen auch die kammerspielartige Apokalypse nichts neues mehr - wenn auch sonst im Fernsehformat!

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