Gääähn! Die (falsche) Info auf der DVD, der Film dauere 110 Minuten, brachte mich nach ca. 70 Minuten dazu, den Schnellvorlauf zu nutzen. Zum Glück war die Ödnis dann viel kürzer (ca. 95 Min.), aber immer noch unangenehm lang. Weil nämlich auf der DVD-Hülle auch gespoilert wurde: [Achtung, es folgen viele Spoiler!!!] dass der Ehemann nach der wichtigen OP austickt…, was aber unglaublich lange dauerte, da hatte ich geistig schon längt abgeschaltet, weil eben dieses Versprechen zu lange nicht eingehalten wurde: denn Spannung schuf weder diese Info, das Warten auf die Umsetzung, noch die Handlung an sich. Aber wäre der Film ohne diesen Spoiler spannender geworden? Scheint mir ungewiß.
Blake Lively spielt zwar ein blindes blondes Heimchen am Herd, sieht aber aus wie sehend – und zum Glück super attraktiv! (NB: wobei der sehende Mann sie auf Händen trägt, und sie sich mitten im Film nicht „blond“ genug findet, sondern sich in „wasserstoffblond“ umfärbt – die Farbe der Film Noir Femmes Fatales…: es ist also klar, was passieren wird).
Die erste Szene ist geschmackvoller Sex, aber dennoch heftig genug, dass männliche Zuschauer bei der Stange bleiben. Doch fortan dümpelt die Handlung vorhersehbar dahin: klar (wie erwartet), sobald sie sehen kann, „emanzipiert“ sich die Frau (naja, sie will halt was erleben, was für eine Überraschung) und der liebende Gatte entpuppt sich als Unsympath, Langweiler, Kontrollfreak usw. und will ihr schließlich das Augenlicht wieder nehmen.
Es kommt zu einigen unglaublich lahm-lächerlichen „Dialogen“, in denen die Ehepartner ihre unterschiedlichen Meinungen aussprechen – und damit endet das „Gespräch“ auch schon, obwohl es immerhin um eigentlich wichtige GEMEINSAME Themen geht (z.B. zum Thema Wohnung wechseln oder zu Fesselspielchen im Ehebett [erst als der Mann schon gefesselt ist, meldet er Unwillen an, den sie kurzerhand ignoriert – überhaupt sind einige Zuschauer mit gutem Grund der Meinung, die Frau sei die unsympathische Person – noch andere halten BEIDE Hauptfiguren für unsympathisch!]) – oder es kommt zu GAR KEINEM DIALOG bzgl. Kinderwunsch und Unfruchtbarkeit, obwohl sich beide deshalb permanent verrückt machen. Okay, der Film versucht sich offenbar als Beziehungsdrama, scheitert dabei aber grandios.
Das einzige Klischee, das ausgelassen wird, ist der übliche Slasher-Showdown à la DER FEIND IN MEINEM BETT oder EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFÄRE – statt dessen stoppt der Film einfach mittendrin: beide machen eine 180°-Wendung (die Frau singt öffentlich von ihrer Liebe trotz ihres Fremdgehens, trotz der fiesen Medikamentenmanipulation ihres Mannes; und der Mann verspürt auf einmal, mit Verspätung, so große Reue, dass sie ihn in den Selbstmord treibt) und Schluss.
Erfolglos aufgepeppt wird der Film mit einer Unmenge überflüssiger visueller Gimmicks (schnarch… z.B. der subjektiven Sicht der Frau, die dabei mal mehr, mal weniger gut sieht: gääääähn), mit ausgewalzten Szenen wie Tourismus-Werbung für Thailand und Paris (warum spielt der US-Film eigentlich dort?) oder die Handgriffe beim Klo-Besuch oder die Einlagen mit dem abstrusen Schwager, der völlig oversexed permanent übergriffig ist, sich in seiner Wohnung plötzlich mit (Kunst?-)Blut überschüttet und in Frauenkleidern die Gäste zu schocken versucht. (Ihr kennt sicher diese Filme, in denen man mittendrin denkt, man sei im Wegdämmern auf die Fernbedienung gefallen und habe zum falschen Film gezappt…, das ist so einer!)