Review

iHaveCNit:Gold (2017)

Matthew McConaughey, der einstige Strahlemann aus Rom-Coms hat kurz nach Beginn des aktuellen Jahrzehnts einen Karriereboost erhalten, der ihn in die Regionen meiner Lieblingsdarsteller katapultiert hat und auch den Oscar für den Besten Hauptdarsteller beschert hat. Egal ob „Der Mandant“ ; „True Detective“ ; „Mud“ ; „Dallas Buyers Club“ ; „The Sea of Trees“ und „Interstellar“. Jeder Film gefällt mir. Genau aus diesem Grund dachte ich mir im letzten Jahr, als ich den Trailer zu „Gold“ gesehen habe, den Film im Hinterkopf zu behalten. „Syriana“-Regisseur Stephen Gaghan inszeniert den Film, der auf wahren Begebenheiten fußt. Also habe ich mich auch mal auf die Goldsuche begeben. Ob ich am Ende Gold in „Gold“ gefunden habe, schreibe ich euch am Schluss.

Kenny Wells ist der Sohn eines Bergbauunternehmers und erbt das Unternehmen nach dessen Tod. Das Unternehmen geht finanziell bergab bis sich Kenny an die Begegnung mit dem Geologen Michael Acosta erinnert und den Traum hegt, Gold zu finden. Die beiden treffen sich im indonesischen Dschungel und machen sich auf die Suche nach einer Goldader, die nach Rückschlägen und einer lebensbedrohlichen Erkrankung auch gefunden wird. Dieser Fund lässt Kennys Firma und seinen Erfolg in die Höhe schnellen. Dass er sich damit nicht nur Freunde macht ist klar – egal ob an der New Yorker Wall Street oder der amerikanischen Ermittlungsbehörden.

Für Kenny Wells hat sich Matthew McConaughey stark von seinem „Schönlingsimage“ entfernt. Er hat etwas von dem bierbäuchigen „American-Hustle-Christian-Bale“ und dem dauerschwitzenden „Halbglatzen-Dänische-Delikatessen-Mads-Mikkelsen“ und einem Hang zu Einripp-Eingriff-Unterbuchsen, Alkohol und Zigaretten. Er ist es auch, der den Film einigermaßen zusammenhält – genau wie Bryce Dallas Howard als seine Lebensgefährtin Kay und Edgar Ramirez als Geologe Michael Acosta. Matthew McConaughey ist mit seiner Spielfreude der wohl größte Goldfund des Films, der so viele Richtungen einschlagen will und damit aus den Fugen zu geraten droht. Anfangs ist es noch ganz interessant zu sehen, wie der Parasit des Traums in Kenny heranwächst und sich dann im richtigen Entdecker- und Abenteurermodus in Indonesien auf die Suche nach Gold macht. Diesem faszinierenden ersten Abschnitt gegenüber fällt der zweite Abschnitt wieder in Amerika stark ab. Die Auswüchse des Goldrauschs werden nur in sehr seltenen Momenten skurril und mit einer Bissigkeit beleuchtet, wie es Scorsese in „Wolf Of Wall Street“ oder auch Adam McKay in „The Big Short“ durch die Bank weg gelungen ist. Genauso hat der Film das Problem, sich nicht entscheiden zu können, ob er jetzt sich biografisch oder dokumentarisch dem Thema nähert und verstrickt sich damit in einer Inkonsequenz, die sehr verworren rüberkommt und aufgrund seiner Schwerfälligkeit weniger in einen Goldrausch, sondern in „müdes Lächeln“ versetzt.

Ich habe nach Gold geschürft, und letztendlich nur Bronze bekommen.

„Gold“ - My First Look – 6/10 Punkte.

Details
Ähnliche Filme