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Wenn man sich in dem Rummel rund um Star Trek oder einer anderen erfolgreichen TV-Serie (SF bevorzugt) auskennt, dann weiß man "Galaxy Quest" zu schätzen. Wenn man weiß, wie fanatisch die Fans sind, wie vorgeformt die Schemata, wie ausweglos die endlose Reise zu den Cons. Wenn! Wenn nicht, droht hier komödiantisches Unverständnis.

"Galaxy Quest" ist endlich mal ein Film in dem Tim Allens witzige Qualitäten aus seiner "Home Improvement"-Serie zur Geltung kommen, ohne daß man den ganzen Film an ihn hängen muß. Das liegt daran, daß der Witz aus der Story entsteht, der Entführung einer Seriencrew durch eine Alienrasse, die ihre TV-Folgen für erlebte Tagebucheinträge hält und das große Raumschiff nachgebaut hat.

Sicher ist der Film auch auf dem Fundament bekannter Schemata aufgebaut: die müden Helden, die sich selbst überwinden, gut sein wollen, einmal wirkliche Helden sein; die erleben, daß der Schein zu großen Taten befähigen kann, aber die Parallelen zu Star Trek sind darüber hinaus so hinreißend, daß man die ganze Zeit einfach nur grinsen kann.
Allen parodiert als publicitysüchtiger Captain William Shatner, der Star Trek ja auch immer als seinen eigenen Erfolg verbuchte und stets im Rampenlicht stand. Rickman spielt unter Selbstaufgabe jeglichen Ernstes Nimoy, den seine Rolle als Alien anwidert, während Sigourney Weaver als "Tit Interest" darunter leidet, Computertexte nachzusprechen und gut auszusehen.
Dazu kommen natürlich noch ein Doktor, ein Steuermann und nicht zuletzt in der Inkarnation aller Kleindarsteller ein Fan, dem plötzlich eine größere Rolle zukommt, als ihm lieb ist. Und selbst den jungen Fanatikern widerfährt hier endlich ein wenig Gerechtigkeit.

Selbstverständlich ist das kein Neuland des Witzes, das hier entdeckt wird, aber wer sich in der Materie auskennt, wird Parallelen zu fast jeder Szene erzählen können, falls das unkundige Publikum sie hören will. Dazu gibt es ein paar feine Alien-Ekel-Gags und reichlich anatomisch-kulturelle Mißverständnisse zwischen Menschen und Aliens, die aber nie in den Gross-Out-Sektor abrutschen. Die Raumfahrt-FX sind insofern tadellos, als daß sie eigentlich (zum Glück) nur ein nettes Zubrot zum Rest darstellen.

Leichte dramaturgische Schwächen tun sich natürlich auch auf: so sind die Gegner trotz ihrer Monstrosität leider ein wenig zu karikaturenhaft-witzig gezeichnet, um wirklich eine Bedrohung darzustellen und wenn sie dann wirklich grausam werden, scheint das nicht zu passen.
Auch werden sich die Logiker fragen, wie das freundliche Alienvolk es schaffen konnte, ein Raumschiff aus einer TV-Serie mit einer vollkommen unbekannten und unerforschten Vorrichtung, die nie erklärt wurde, nachzubauen, so daß sie auch noch funktioniert, ohne daß die Aliens es selbst wissen.

Für den Rest des Films kann man aber gniggernd in der Ecke liegen und sich freuen, wenn am Ende ein echtes Raumschiff in ein SF-Con einbricht und die Fans das für einen Riesentrick halten, Rickman seine eigene Seriennahrung nicht schmecken will (sie hat acht Beine und lebt noch!), Allen in besoffener Seligkeit seine Gegner gegen sich aufbringt und Weavers Klamotten im echten Kampf wieder so aufreißen, daß es für ihre Brüste am auffälligsten ist.
Falls es einen Star-Trek-Fan gibt, der "Galaxy Quest" nicht witzig fand...er tut mir leid! (8/10)

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