„Galaxy Quest – Planlos durchs Weltall“ ist eine sehr unterhaltsame Sci-Fi-Komödie, deren Gags auch beim mehrmaligem Sehen nicht viel an Wert verlieren.
Jason Nesmith (Tim Allen), Gwen DeMarco (Sigourney Weaver), Alexander Dane (Alan Rickman), Fred Kwan (Tony Shalhoub) und Tommy Webber (Daryl Mitchell) sind gealterte Stars der längst abgesetzten Serie „Galaxy Quest“, die ihr Geld damit verdienen, indem sie bei Fan-Conventions und Baumarkteröffnungen auftreten. „Galaxy Quest“ macht gar keinen Hehl aus seinem offensichtlichem Vorbild „Star Trek“, sondern spielt ganz im Gegenteil teilweise sehr gezielt auf diverse Klischees an und geht fast als reinrassige Parodie auf die Serie durch.
Vor allem ist bei all dem Spielen der alten Rollen noch voll bei der Sache und gibt sich voller Enthusiasmus den Fans und ihren Träumereien hin. Die anderen Darsteller sind dabei viel bodenständiger und trauern viel mehr darüber, dass ihr Ruhm verblasst ist. Als Jason jedoch durch abfälliges Gerede klar wird, dass sein Stern schon vor langer Zeit gesunken ist, wird er etwas verbittert. So behält „Galaxy Quest“ trotz der überdrehten Story noch einen ernsthaften Kern (auch wenn er sehr klein ist), was die Charaktere noch sehr viel sympathischer macht und nicht zu Witzfiguren verkommen lässt.
Am nächsten Tag erhält Jason ein lukratives Angebot noch mal wieder kurz in seine Rolle als Commander Peter Quincy Taggart zu schlüpfen, geht unmotiviert darauf ein und kassiert die Knete. Was er nicht weiß: Seine Auftraggeber sind echte Aliens, welche die Serie für real und die Darsteller für Helden halten. Da Jason so leichtfertig einen Sternenkrieg entfacht hat, wird er erneut um Hilfe gebeten. Er bringt seine Freunde sowie den Statisten Guy Fleegman (Sam Rockwell) dazu, mit ihm ins All zu tingeln und wirklich für den Sieg des Guten zu kämpfen...
Die Story von „Galaxy Quest“ ist recht abgedreht und wird es im weiteren Verlauf noch um einiges mehr, aber sie reicht als solide Folie für die zahlreichen Gags und Anspielungen des Films. So ist die Spannung zwar nur durchschnittlich und die Wendungen hauen nicht vom Hocker, aber das interessiert bei einer Komödie auch nicht. Dafür kann man erstklassige und sehr comichafte Effekte bewundern, die skurril-witzige Aliens auf die Leinwand zaubern, und dabei das beste aus computergenerierten Tricks und handgemachten Effekten zu wunderbarem Eye Candy verbinden.
Da die Charakterentwicklung auch ein paar etwas ernsthaftere Züge besitzt sind einem die Charaktere immer sehr sympathisch. Zudem kann man in ihnen diverse Anspielungen auf das Sci-Fi-Genre erkennen: So flucht „Alien“-Veteranin Sigourney Weaver darüber, dass sie immer durch enge Gänge kriechen muss usw. Am meisten wird natürlich „Star Trek“ durch den Kakao gezogen, aber ohne die Serie lächerlich machen zu wollen. Auf viele Eigenheiten wird angespielt: vom Statisten, der bei Sprechrolle sterben muss, über das Raumschiffdesign bis hin zu William Shatners Ruf als Womanizer.
Neben den ganzen Anspielungen auf „Star Trek“ besitzt „Galaxy Quest“ auch einiges an eigenen Gags, die vor allem aus der Situationskomik entstehen (Unvergesslich: Mittagessen während einer Bruchlandung). Dabei legen sich die Darsteller alle sehr ins Zeug und sind sich für nichts zu schade, so dass man sich über die absurden Situationen und pointierten Dialoge köstlich amüsieren kann. Zwar zünden einige Gags bei mehrmaligem Sehen nicht mehr so gut, aber sie nutzen sich nicht so sehr ab, wie es bei anderen Komödien oft der Fall ist.
Tim Allen, Sigourney Weaver und Alan Rickman spielen was das Zeug hält und sind dabei jeder auf seine Art urkomisch, dass es eine wahre Freude ist. Auch Sam Rockwell und Tony Shalhoub als bekannte Gesichter, mit denen man selten Namen verbindet, sind ihnen ebenbürtig und die Nebendarsteller geben sich redlich Mühe neben den Hauptakteuren und den grellen Effekten wie Kulissen nicht ganz zu verblassen (was ihnen aber nur teilweise gelingt).
Sehr witzige Sci-Fi-Komödie, die liebevoll „Star Trek“ durch den Kakao zieht. Auch wenn die Story recht schwach ist, so handelt es sich bei „Galaxy Quest“ dennoch um einen Film, bei dem man sich auch bei mehrmaligem Sehen amüsieren kann.