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Kaum etwas erscheint austauschbarer als ein Stock, ein Ast, ein Zweig. Hundebesitzer werfen sie durch die Gegend, manche verwenden sie als Kaminanzünder, im Winter verzieren sie Schneemänner. Doch was, wenn ein Stock nebst Familie ein ganz normales Leben mit seiner Familie in einem Baum lebt und der Familienvater von allen Seiten zweckentfremdet wird?

Vater Stockmann (Christoph Maria Herbst) führt mit Frau und drei Kindern ein glückliches Dasein, doch kurz nach Weihnachten landet er über Umwege im Fluss und treibt aufs Meer hinaus. Wird er jemals seine Familie wieder sehen…?

Die Geschichte startet und endet im Winter, sie ist jedoch keine reine Weihnachtsgeschichte, obgleich Santa Claus gegen Ende eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Derweil begibt sich Stockmann auf eine unfreiwillige Odyssee und stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste.
Als kleiner Running Gag dienen ein paar Weggefährten, die ihn gerade noch vor einer Gefahr warnen, was jedoch grundlegend zu spät erfolgt.

So dient der Titelgebende als Stöckchen für den Hund, wird zum Wettschwimmen in den Fluss geworfen und muss sich anschließend mit starkem Seegang auseinandersetzen. Auch das Treiben an einem Strand mit Touristen birgt Gefahren, während der Kamin natürlich das Ende bedeuten würde.
Die Animation fällt zweckdienlich aus, auf sonderliche Ausschmückung der Szenerien wird verzichtet, doch speziell beim Treiben im Winter entsteht eine teils heimelige, teils auch leicht düstere Atmosphäre, die mithilfe des sehr gut abgestimmten Scores wunderbar zündet.

Verantwortlich für die Dialogregie zeichnet sich Jens Wawrczeck, den Hörspielfreunde natürlich bestens kennen. Zwar reimen sich die Erzählungen von Barbara Auer nicht immer hundertprozentig, doch sie verleihen dem Treiben etwas Märchenhaftes.
Herbst hat als Titelheld nicht wirklich viel zu tun, doch wie er immer wieder darauf beharrt, Stockmann zu sein, erzeugt den einen oder anderen Schmunzler.

26 Minuten vergehen wie im Flug, ein kurioses Ereignis schließt sich dem nächsten an und obgleich im Endeffekt nicht viel zu lernen ist, bietet die Sichtweise eines Stockes eine gelungene Abwechslung innerhalb der Animationswelt.
7,5 von 10

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