Review
von Leimbacher-Mario
Schwarz-Weiß-Collage
Nach dem Crash eines Gefängnislasters sind ein weißer und ein schwarzer Häftling aneinandergekettet auf der Flucht durch das gefährliche amerikanische Hinterland - und müssen sich trotz aller Vorurteile und allem anfänglichen Hass einigermaßen zusammenraufen, um zu entkommen oder immerhin zu überleben…
Man kann kaum überbetonen, wie aktuell und wahrscheinlich leider zeitlos „Flucht in Ketten“ ist. Der Ausbruchsthriller schmilzt Vorurteile und Hass, er schürt Mitgefühl und Gleichheit, er ist spannend und unterhaltsam obendrauf, wird super gespielt von Poitier und Curtis. Wie die beiden entflohenen Sträflinge langsam zusammenwachsen und ihre Ähnlichkeiten entdecken, wie sie einander zuhören und verstehen, wie sie da am Ende Arm im Arm im Graben liegen, matschig und bald wieder gefangen, aber dennoch nicht unglücklich - das ist schon ganz große Kinomagie. Poesie kann man es fast nennen. Und überhaupt nicht kitschig obendrauf. „The Defiant Ones“ strotzt nur so vor Wichtigkeit und Authentizität.
Fazit: einer der besten Filme über Flucht und (Haut-)Farben aller Zeiten. Spannend, human und echt. Wegweisend und zeitlos. „The Defiant Ones“ ist ein Meisterwerk.