Flucht ins 23. Jahrhundert gehört zu den Klassikern bei denen es äußerst schwer fällt sie objektiv zu bewerten.Gerade in den 70ern gab es sehr viele Sci-fi Perlen die auf der einen Seite als Juwel gehandelt werden aber auf der anderen Seite einen hohen Trashfaktor aufweisen. So auch hier.
Die Menschheit lebt unter einer Kuppel und ist glücklich und zufrieden, wodurch man auch nichts mehr hinterfragen braucht. Das Leben endet zwar mit 30 aber man wird in der Zeremonie der Erneuerung ja wiedergeboren. Diese Zeremonie ist mit religiösem Charakter versehener Massenmord was die Bewohner allerdings nicht verstehen. Unter frenetischem Jubel der Zuschauer werden die Teilnehmer hingerichtet. Falls sich doch mal jemand dagegen sträubt wird er von Sandmännern gejagt und eliminiert. Der Sandmann Logan bekommt einen Geheimauftrag. Einige Flüchtlinge konnten nicht mehr aufgespürt worden und halten sich an einem Ort auf den man die Zuflucht nennt. Diesen Ort soll er aufspüren und vernichten.
Man merkt dem Film deutlich an das er aus den 70ern stammt. Die Kleidung weist Reminiszenzen an die Hippie Kultur auf und auch das Liebesleben zeigt deutliche Tendenzen an diese Zeit. Tricktechnisch bietet der Film für diese Zeit eine grandiose Optik um im nächsten Moment wie aus den 50ern zu erscheinen. Das zerfallene Washington ist fantastisch in Szene gesetzt, während ein Roboter eher wie eine Sardinenbüchse auf Rädern anmutet.
Hinterfragen sollte man als Zuschauer aber genauso wenig wie die Bewohner. Sieht man als Außenstehender doch direkt das ein oder andere logistische Problem stolpert man auch dezent auf diverse Logiklöcher die Kopfschmerzen bereiten. Sieht man darüber hinweg erlebt man aber einen tollen Science-fiction Film der stellvertretend die Position zwischen den düsteren Klassikern wie den Omega-Mann und den Popcornlastigeren Star Wars Filmen einnimmt. Wurde in den ersten Jahren der 70er noch Weltuntergangsstimmung verbreitet hob man gegen Ende der Ära den Spaßfaktor wieder in den Fokus. Flucht ins 23. Jahrhundert befindet sich nicht nur durch sein Erscheinungsjahr genau dazwischen. Wer die Filme dieser Zeit mag wird einen verdammt guten Vertreter des Genres sehen, der einen absolut eigenen Charme und auch eine völlig eigene Optik bietet. Nur der dämliche deutsche Titel wird mir für immer ein Rätsel bleiben. Anmerken möchte ich noch die unterirdische Performance von Farrah Fawcett die glücklicherweise nur einen Kurzauftritt hat. An allen anderen Darstellern gibt es absolut nichts auszusetzen.