Jaja, der Zahn der Zeit.
Wie genial war dieser Film noch in den 1970'ern, wie grandios war es doch damals mit der Gaststarbesetzung einer Farrah Fawcett. Wie überragend actionreich und visionär doch damals all das wirkte. Und wie überraschend und grandios war Peter Ustinovs Auftauchen. Und wie legendär das Finale.
Damals galt es als sicher: Ein zeitloser Klassiker.
Wie gesagt: Der Zahn der Zeit.
Erstmal zur Geschichte:
In einer fernen Zukunft lebt die Menschheit in einem unterirdischen Utopia, geführt von einem Supercomputer. Alle sind superglücklich und happy. Einziger Haken: Ab einem bestimmten Lebensjahr geht man in eine andere Bewußtseinsform über. Es stellt sich natürlich relativ früh heraus, dass hiermit natürlich der Tod gemeint ist. Natürlich ist dann der Held mit seiner Freundin auf der Flucht, und sein ehemals bester Freund ihnen auf den Fersen.
Die Flucht führt zur Außenwelt und es ergeben sich neue Erkenntnisse.
Mehr sollte nicht verraten werden.
Für die 1970er sieht alles verdammt edel und schick aus, so wie man sich nun mal in einer Trash-Granate wohl die Zukunft vorgestellt haben dürfte.
Die Charakterzeichnung ist gut bis gelungen.
Michael York ist hier ungefähr auf seinem Höhepunkt und trägt den Film quasi im Alleingang.
Also?
Alles super?
Nein!
Im Gegensatz zu den wirklich zeitlosen Klassikern des Science-Fiction wie z.B. Planet der Affen hat an Flucht ins 23. Jahrhundert aber definitiv wie oben schon mehrfach erwähnt ganz einfach der Zahn der Zeit genagt.
Zum einen ist er einfach zu naiv und brav umgesetzt, sein Humor ist ein typischer der 1970'er und wenn man nicht dort aufgewachsen ist, auch eher antiquiert. Auch ist die Umsetzung gefällig denn innovativ.
Weder ist der Film sarkastisch, zynisch, noch innovativ genug.
Er ist halt einfach als Sommer-Blockbuster jener Zeit konzipiert, und erfüllt dies ohne Probleme.
Mittlerweile kann man diesen Film bedenkenlos ins Samstag- oder Sonntagnachmittagsprogramm setzen, ohne auf Altersfreigabe oder Schnitte zu achten.
Außerdem hat dem Film mit Sicherheit nicht sonderlich geholfen, dass die erste Hälfte des neuen Die Insel (Regie Michael Bay!!!) ziemlich unverhohlen ganze Sequenzen aus diesem Film klaut und moderner dem Zuschauer präsentiert. Daher wirkt Flucht ins 23. Jahrhundert im direkten Vergleich natürlich nochmal antiquierter.
Was bleibt übrig: Ein braver Film für Komplettisten oder Nostalgiker, kein überragender Film, der den Kampf gegen die Zeit definitiv verlieren wird.
Damals vielleicht 8 Punkte, aber kann man den Film heute auch noch gucken? Ja. Muß man das? Nein. Dieses Nein zeigt ganz deutlich, dass ein durchschnittlicher netter Film irgendwann auch schlechter bewertet werden kann als er tatsächlich verdient, aber wie gesagt....
4 Punkte