kurz angerissen*
Was vielleicht überraschen mag: Michael Andersons SciFi-Klassiker hält nicht unbedingt den Erwartungen an eine große Buchadaption stand, sondern funktioniert eher auf der Ebene der Schauwerte. Für einen komplexen dystopischen Diskurs über das Wesen des Menschen, den der Plot andeutet, ist das Drehbuch im Detail nicht ausgeklügelt genug. Hauptdarsteller Michael York rauscht von einer Szene in die nächste und wird während seiner Suche nach den Ursprüngen sozialer Organisation praktisch von den spektakulären Sets und Bauten erschlagen. Die Teilnahmslosigkeit und unerbitterte Logik der gesellschaftlichen Ordnung, mit der sich der Läufer auseinandersetzen muss, und der primitive Einschlag, der ironischerweise am Ende der technischen Evolutionskette wieder aufblitzt, sorgt für offensichtliche Parallelen zu „Planet der Affen“, insbesondere, als sich Logan später aufmacht in die Außenwelt, die eine spektakulär von der Natur zurückeroberte Welt aus urbanen Relikten zeigt.
Strukturell und visuell ist „Logan’s Run“ also trotz mittelmäßig gealterter Spezialeffekte hochinteressant (die Außenaufnahmen der Kuppelstadt im Vorspann weisen klaren Modellcharakter auf, werden durch eine hervorragende Kamerafahrt aber dennoch ideal in Szene gesetzt), inhaltlich sind gegenüber den anderen großen Klassikern dieser Zeit jedoch Abstriche zu machen.
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