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Eine junge Frau erwacht an einem dunklen Strand an der englischen Küste. Sie weiß nicht, wie sie dorthin gekommen ist und sucht in einem beleuchteten Haus in der Nähe nach Antworten. Doch dort trifft die blonde Robyn nur vier andere junge Leute (drei Frauen und einen Mann), die über ihr Auftauchen weder erstaunt sind noch ihr weiterhelfen können: drei von ihnen schieben gerade eine Nummer, während die Vierte sich die Pulsadern aufzuschneiden versucht. All dies geschieht sehr unspektakulär, zieht keinerlei Konsequenzen nach sich und scheint eher surreal. Durch konsequentes Nachfragen erfährt Robyn schließlich, daß keiner der Anwesenden weiß, weshalb er hier ist, alle jedoch in einem Nachtclub beim Tanzen waren, als es offenbar zu einer Katastrophe kam. Die jungen Leute stellen fest, daß sie alle bereits tot sind und diese Hütte anscheinend eine Wartezone im Jenseits darstellt. Ein Entkommen ist unmöglich, da draußen der Lichtkegel eines Leuchtturms einen jeden erfasst und außerdem ein merkwürdiger bläulicher Luftgeist allgegenwärtig ist, der zeitweilig ins Geschehen eingreift. So bleibt ihnen nichts anderes übrig, als durch gegenseitiges Befragen zu rekonstruieren, was ihre Verfehlungen im bisherigen Leben waren und mit den durch Erzählen und Erinnern gewonnenen Erkenntnissen eine Möglichkeit zu finden, diesem Ort zu entkommen...

Die britische Produktion AfterDeath versucht sich mit existentialistischen Fragen über Schuld und Sühne und benutzt dazu als Vehikel fünf gutaussehende junge Leute in einer einsamen Hütte am Meer. Doch nach diesem Einstieg offenbart sich in endlosen Quatschrunden immer mehr, daß keiner von ihnen irgendetwas Spannendes zu erzählen hat und die Geschichte immer mehr auf der Stelle tritt. Dazu kommt, daß sich der junge Mann im Laufe der Zeit als ziemliches Ekel herausstellt, der dann alle Frauen gegen sich hat, von denen sich allerdings ebenfalls keine Einzige als Sympathieträgerin eignet. So mäandert die wenig spannende Story, die kammerspielartig fast nur in der hell erleuchteten Hütte spielt, ohne Höhepunkte oder gar Action- oder Gore-Einlagen blutleer vor sich hin und generiert durch das endlose Gequatsche immer mehr Desinteresse und Müdigkeit.

Die Grundidee, junge Leute in einer Art Zwischenwelt zu versammeln, in der sie über ihr bisheriges Leben reflektieren, ist ohnehin schon ziemlich speziell, doch leider wird aus diesem Ansatz (der sich im Lauf der Erzählrunden allzuoft nur in Anspielungen ergeht und sich schon dadurch jedem Zuseher entzieht, der nicht aufmerksam zuhört), viel zu wenig gemacht. In der komfortabel ausgestatteten Hütte (Sofa, Kühlschrank, jede Menge Vodka) hängen auch einige Bilder an der Wand, deren Darstellungen von den jungen Leuten dann interpretiert werden und diese somit auf die "richtige" Spur bringen - naja. Als später sogar eine Art Kommunikation mit dem Luftgeist gelingt, driftet das Ganze schließlich in Richtung Kasperltheater ab...

Technisch gibt es bei diesem minimalen Setting nicht viel falsch zu machen, der meist bläuliche Filter verleiht dem Film einen fremdartigen Touch, die wenigen CGIs sind jedoch billig gemacht und jederzeit als solche erkennbar und Blut fließt ohnehin keines in diesem mit dem Label "Horror" wieder einmal irreführend falsch etikettierten Streifen. Am Ende bleiben außer dem bestenfalls durchschnittlichen Schauspiel der wenigen Darsteller keinerlei Pluspunkte für AfterDeath, das, sofern man nicht schon vorher abschaltet, insgesamt eine einzige Zeitverschwendung darstellt. 1 Punkt.

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