Eisbären standen bislang noch nicht so häufig im Fokus von Tierhorrorfilmen wie Braunbären, obwohl diese Menschen gegenüber relativ garstig sein können. Zu Recht, denn durch Klimawandel und Erdölförderung in arktischen Regionen wird ihr Lebensraum arg eingeschränkt. Das nahm Regisseur Hank Braxtan zum Anlass, am Rande ein wenig auf die bedrohte Tierart einzugehen.
In einem abgelegenen Forschungslabor in der Arktis befassen sich Wissenschaftler mit der genetischen Modifikation von Polarbären, was völlig aus dem Ruder läuft. Ein Exemplar bricht aus und bedroht eine Gruppe von Leuten um Jäger Martin (James Remar), der mit zwei Einheimischen, einem Fotografen und zwei Models auf sich allein gestellt ist…
Die halbwegs prominente Besetzung mit Remar, Graham Greene und Ray Wise täuscht nicht über die wenig originelle Story hinweg, welche zwar rasch Fahrt aufnimmt, jedoch kaum Überraschungen beinhaltet.
Die meisten Figuren bleiben oberflächlich ausgearbeitet, der arrogante Fotograf nervt, während eine überlebende Wissenschaftlerin Spuren der dubiosen Experimente zu vertuschen sucht. Remar stapft derweil tapfer durch den Schnee, während Greene eigentlich nur kurz reinschneit, ansonsten mit der Reparatur einer Funksprechanlage beschäftigt ist.
Die vierbeinige Bedrohung ist lange Zeit nur zu hören, erst im letzten Drittel sind Körperteile in Nahaufnahme zu sehen. Zwar wird ohne CGI gearbeitet und es fließt ein wenig Blut, doch explizit ist hier gar nichts, zumal die Kamera auffallend hektisch und unsicher arbeitet, bei einigen Tempoaufnahmen arg ruckelt und lediglich bei den Landschaftsaufnahmen ein sicheres Händchen beweist, wobei die verschneiten Ecken von Alaska in malerischer und zugleich trügerischer Idylle einige ansehnliche Motive abgeben. Zumindest eher, als die semiprofessionellen Models beim Shooting.
Ansonsten holt Braxtan nur bedingt etwas aus der Belagerungssituation heraus, der Score unterstützt diese Momente nur unzureichend, was teilweise auch auf die Ausleuchtung zutrifft, die, als der Generator ausfällt, allenfalls Vermutungen zulässt. Performt wird indes solide, Remar nimmt man den erfahrenen Jäger durchaus ab, während Wise nur ein paar Sekunden erscheint und die restlichen Mimen nicht weiter auffallen. Der viel zu kurz geratene Showdown unterstreicht derweil die Ideenlosigkeit des Drehbuchs, wonach der Film nach 77 Minuten mit dem Abspann einsetzt.
Speziell im Winter kein gänzlich schlechter Zeitvertreib für Genrefreunde, doch etwas mehr Härte und Dynamik hätten dem kalten Treiben durchaus gut getan.
5 von 10