Review

Sieht vor lauter Haaren vor den Augen das Wesentliche nicht 


Das japanische Original war wohl die Grundsäule für den Erfolg von J-Horror in unseren Gefilden, das amerikanische Remake ist nicht minder stark und unheimlich und stylisch, die gesamte Mythologie ist unerreicht scary. Da hat sich Paramount viele Jahre später wohl gedacht - komm, diese Rechte dürfen wir nicht verkommen lassen, da gibt’s noch genug Fans, wir machen einen neuen Teil, ein eigenständiges Ding, eine Art Light-Reboot. Aber komplett unnütz und uninspiriert. Fast als ob wirklich die Rechte sonst ausgelaufen wären. Anders kann ich mir diesen billigen, flachen Schnellschuss nicht erklären. Gerade für Fans ist das die meiste Zeit besonders ärgerlich, für Neuankömmlinge aber ebenso lahm... In „Rings“ hat Samara bzw. ihr VHS-/Videofluch schon große Kreise gezogen und eine beinah kultige „Fangemeinde“ bzw. wissenschaftliche Betrachtung an einem College...

Und was sich noch wie eine interessante Weiterentwicklung anhört, mit Szenen/Ideen wie dem Intro im Flugzeug noch Appetit machen kann, fühlt sich im Grunde dermaßen daneben und abgenudelt an, dass man meinen könnte, es handelt sich um den neunten Teil oder so einer Reihe. Tut es indirekt ja auch - dennoch ist es sehr frustrierend was hier aus dem Mythos und der wegweisenden Prämisse gemacht wurde. Ein paar hübsche Leute, ein paar nette, teure Bilder - aber im Grunde leider nur leidlich wiedergekaut. Und das in schlechter und magerer. Mit Figuren, um die man sich nicht kümmert, ohne wirkliche Atmosphäre (und das war immer eine riesige Stärke zuvor!), ohne Ideen, die liefern oder zu Ende gedacht/gezeigt werden. „Rings“ ist in seinen besten Momenten beliebiges Fanfutter - in seinen schwächsten Momenten erschreckend dilettantisch und egal. Die Farbfilter und der Look passen noch, Samara ist immer noch hungrig und durchnässt, der Tod kommt immer noch unausweichlich (wenn man das Video nicht verbreitet) nach 7 Tagen - nur wirkt das hier einschläfernd und klischeehaft und 08/15 wie noch nie. Das hat mehr mit Müll a la „Slender Man“ oder „The Disappointments Room“ zu tun als mit den Originalen. 

Fazit: „Rings“ bringt’s nicht. Nicht für Fans der amerikanischen Version, nicht für Fans von J-Horror, nicht für Fans des Buches, nicht für Alt, nicht für Jung. „Rings“ ist in jeder Beziehung kein gelungener Fluch. Weder viral noch analog. Eher lächerlich, lahm, lustlos als gruselig. Auch eine Kunst, bei der eigentlich unschlagbar creepy Mythologie... Ringsum nur Quatsch mit Sauce. 

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