Gerne gibt man Genrestreifen aus raren Herkunftsländern eine Chance, zumal das Cover mit Bikinigirl im Wasser und Tentakeln im Hintergrund auf ein bestimmtes Klientel abzuzielen scheint. Der peruanische Geisterfilm liefert außer ansehnlichen Damen und ein paar netten Einstellungen des Dschungels leider rein gar nichts.
Lucero und ihre Freunde wollen ein entspanntes Wochenende in einem abgelegenen Camp am Rande des Amazonas verbringen, als die Legende von „El Tunche“, einer pfeifenden Teufelserscheinung erwähnt wird. Kurz darauf verschwindet die erste Person spurlos…
Und es dauert, bis überhaupt mal etwas passiert. Denn außer halbwegs makaberen Rückblenden zu Lucero als Jugendliche, die von ihrer suizidgefährdeten Mutter bedroht wurde, ereignet sich kaum etwas. Es gibt eine langweilige Dreierkonstellation, man planscht, findet den Gastgeber unheimlich und spielt Flaschendrehen. Geknutscht, gebadet und geplanscht wird auch, doch sympathisch kommt hier niemand rüber, was durch die hölzernen Dialoge und das schwache Schauspiel noch verstärkt wird.
Die exotischen Kulissen kaschieren nur wenig, denn bis das erste Pfeifen ertönt, eine Badezimmertür wie durch Geisterhand bewegt wird und ein Spiegel zerbricht, ist bereits die Hälfte der Laufzeit verstrichen. Das Titelgebende ist indes zu keiner Zeit zu sehen, stattdessen fährt das Böse in eine der Anwesenden und bringt nach und nach alle übrigen um, was jedoch nicht zu Gewalteinlagen führt.
Im Gegenteil: Angedeutete Momente wie das Austeilen mit Machete oder das Zuschlagen mit einem Stein verbleiben weitgehend im Off, wonach allenfalls kurze Blicke auf Leichen zu erhaschen sind. Diesbezüglich vermag das Make-up zu überzeugen, jedoch bleiben explizite Szenen aus, wodurch die FSK18 lediglich Kopfschütteln verursacht.
Viel mehr bewirkt der Verlauf der eindimensionalen Handlung jedoch auch nicht, denn Regisseur Frank Pérez-Garland fehlt jegliches Gespür für Spannung, Dramaturgie und erst recht fürs Timing. Selbst das Finale dümpelt ohne Höhepunkte vor sich hin, von einer entsprechenden Pointe ganz zu schweigen.
Ein kompletter Langweiler, nahezu uninspiriert und nicht ansatzweise atmosphärisch.
3 von 10