Den 2010ern fehlt es an Klassikern! Möchte man meinen, denn in der Übersicht und im Vergleich zu anderen Jahrzehnten ist das wirklich erschreckend schwach. Doch genauer hingeschaut. La La Land! Was für ein Prolog, eine Über-Choreografie ohne merklichen Schnitt. Das Abbild klassischen amerikanischen Kinos, jedoch wohl vorwiegend beeinflusst durch die französische Hollywood-Interpretation "Die Regenschirme von Cherbough". Die Traumfabrik, farbenfroh, kulissenhaft, beschwingt, eine Flucht in eine musikalische Parallelwelt. Nicht aber ohne die Probleme des wahren Lebens. Und da geht der Film trotz der einfachen Geschichte und Form-über-Inhalt-Konzeption an die Gefühle. Das Leben und die Liebe sind nicht immer im Einklang, vor allem der berufliche Werdegang steht oft mit dem Klang des Herzens im Widerspruch. Wir leiden mit, wollen die Protagonisten in Glück vereint sehen, doch es bleibt verwehrt. Nur Momente auf Wolke 7, da allerdings ganz weit im Himmel, was die nicht nachzuvollziehende Trennung noch schmerzlicher macht. Nicht nachvollziehbar? Das ist das Leben!
Emma Stone und Ryan Gosling können hinsichtlich der musikalischen Darbietung sicher nicht an die Klassiker der 40er und 50er heranreichen, aber gerade das macht sie greifbarer und umso sympathischer.