Der britische Regisseur Norman J. Warren muss seinerzeit frisch von Argentos „Suspiria“ beeinflusst gewesen sein, denn anders lässt sich seine bizarre Mischung aus Giallo und Familienfluch-Film kaum erklären.
Insofern können einige atmosphärische Momente durchaus punkten, während man sich handlungstechnisch oft kaum von der Stelle bewegt und lediglich auf das nächste, halbwegs blutige Ableben wartet.
Die Stärken des Streifens entfalten sich während der ersten Minuten, wenn eine „Film im Film“ – Sequenz recht brauchbar untergebracht wird. Der Film-Produzent James Garrick zeigt seinen Partygästen einen Streifen über seine Familie, wonach eine Hexe diese vor rund 300 Jahren verflucht haben soll, bevor sie auf dem Scheiterhaufen verbrannte.
Während der Party wird James Cousine Ann von einem Partygast hypnotisiert und geht danach mit einem Schwert auf James los und noch in der selben Nacht wird ein weiterer Gast unter mysteriösen Umständen ermordet. Schlägt der Fluch erneut zu, um die beiden letzten Nachfahren der Garricks zu holen?
Das Motiv ist ein wenig vage, denn es will nicht so recht einleuchten, warum im Verlauf überwiegend unbeteiligte Personen umkommen, die mit der Familie an sich wenig zu tun haben. Auch die Identität des Killers, der hauptsächlich mit einem Messer zuschlägt, lässt sich nur erahnen. Man kann hier nur vermuten, dass der Fluch auf einen der letzten Nachfahren übergesprungen ist und eine Art Besessenheit hervorruft, geklärt wird dies bis zum Schluss jedoch nicht.
Leider fällt auch die Charakterisierung sämtlicher Figuren äußerst dünn aus, Hauptpersonen James und Ann erscheinen wie hölzerne Statisten, die kaum ein Wort von sich geben.
Leider flacht die Spannung nach dem ersten Mord merklich ab. Punktete hier noch die dichte Atmosphäre im Haus und einer anschließenden Verfolgung durch Wald bis zu einer Hütte, verlagert man wesentliche Teile der Handlung anschließend in ein karg ausgestattetes Filmstudio, wo ein paar furchtbar alberne Szenen eines Filmdrehs immer wieder den Fluss des Geschehens unterbrechen.
Auch eine etwas längere Sequenz in einem Strip-Club kann außer ein wenig nackter Haut in einer unangenehm schwülstigen Stimmung nichts Positives hervorbringen.
Generell wird die Atmosphäre aber durch einen recht gelungenen Score zusammen gehalten, der in seiner minimalistischen Form mit Synthie-Flächen stark an Werke von „The Goblin“ erinnert. So wirkt eine Szene, in der eine Frau eine Autopanne in einer regnerischen Gewitternacht hat recht stimmungsvoll und auch der anschließende Aufenthalt in einem verlassenen Haus kitzelt ein paar unheimliche Momente hervor.
Was die Morde betrifft, so ergeben sich im Zuge dieser kaum explizite Darstellungen. Meistens sticht ein Messer zu, auch mal in staccato-ähnlicher Ausführung, doch bis auf ein verbranntes Gesicht durch einen Scheinwerfer und einer Glasscheibe im Hals fallen übrige Ableben eher unspektakulär aus.
Zum Finale bemüht man noch ein paar übersinnliche Elemente, da schwebt ein Auto durchs Geäst und der Geist der Hexe taucht auch noch auf, während man zum Ausgangspunkt der Handlung zurückkehrt und mit Nebeleffekten und herumfliegenden Requisiten noch ein wenig von der verloren gegangenen Atmosphäre zurückholt.
So richtig fesselnd gestaltet sich das Geschehen allerdings insgesamt nicht. Sämtliche Figuren sind einem völlig gleich, während das Treiben außerhalb der Morde Banalitäten in geballter Form bringt. Darüber hinaus hat die Handlung wenig mit dem Titel gemein, der eher auf eine Story mit verselbstständigtem Geisterhaus schließen ließe, was nur gegen Ende in Ansätzen zum Vorschein kommt.
Zwar können die eine oder andere atmosphärische Szene, sowie ein starker Einstieg erfreuen, doch im Gesamtbild verhindert die unausgegorene Story und die zuweilen lahme Umsetzung Unterhaltung auf höherem Niveau.
5,5 von 10