Review

kurz angerissen*

Die konstruierte Fehde zwischen einem aufrechten Texas Ranger (Liam Hemsworth) und einem gefährlichen Prediger (Woody Harrelson) lässt dem Szenario um verschwindende Mexikaner an der mexikanisch-amerikanischen Grenze nicht gerade viel Platz zur Entfaltung. Fantasie oder Einfühlung in die Story erfordert es erst recht nicht; dazu verlässt sich das Drehbuch zu sehr auf viel zu oft erlebte Schwarz-Weiß-Kontraste. Harrelsons Charisma, das wie immer bildschirmfüllend ausfällt, ist daher dringend vonnöten, denn mit einem blasseren Antagonisten würde die farblose Konstellation noch deutlicher ins Auge fallen und der seines Zeichens leider durchaus blasse Hauptdarsteller Liam Hemsworth wäre mit seinen begrenzten Mitteln völlig auf sich alleine gestellt.

Es wäre somit ein Leichtes, vom düster gehaltenen Prolog aus die gesamte Handlung vorherzusagen, doch vergeblich hofft man auf einen Kniff, der alles in ein neues Licht rückt. Zwar kann sich auch Ti Wests artverwandte Produktion „In A Valley Of Violence“ keiner ausgefeilteren Storyline rühmen, doch West findet effektivere Mittel, einen handwerklichen Stil von unverkennbarem Format zu bilden. Kieran Darcy-Smith müht sich anfangs spürbar um eine besondere Handschrift, verliert diese jedoch schnell aus den Augen und verlässt sich bald darauf nur noch auf seine Protagonisten, denen wiederum die Herausforderung fehlt. Denn die Geschichte des Westernfilms ist voll von diesen schmerzerfüllten Racheplots, die über Generationen hinaus Zeit zum Reifen hatten.

*weitere Informationen: siehe Profil

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