Wenn James Wan als Produzent anklopft, sollte es für einen aufstrebenden Regisseur keine Zweifel geben, den eigenen Kurzfilm auf Spielfilmlänge zu strecken, was mit dem gleichnamigen Kurzfilm des schwedischen Regisseurs David F. Sandberg erfolgte:
Licht aus, - Diana kommt.
Schüler Martin (Gabriel Bateman) hat es nach dem Tod seines Vaters nicht leicht, mit der depressiven Mutter (Maria Bello) unter einem Dach zu leben, zumal diese im Dunkeln mit einer imaginären Freundin zu sprechen scheint. Als Martins Halbschwester Rebecca (Teresa Palmer) Wind davon bekommt, forscht sie in der Vergangenheit ihrer Mutter nach und stößt auf ein düsteres Geheimnis…
Die Urangst vor der Dunkelheit, die nahezu jedem Kind schon einmal den Schlaf geraubt haben dürfte, - sei es aus Furcht vor dem schwarzen Mann im Kleiderschrank, dem Monster unterm Bett oder eben dem undefinierbaren Bösen, welches nahezu jede Gestalt annehmen kann. Hier ist es Diana, eine spindeldürre Kreatur, recht beweglich und nur im Dunkeln agierend, weshalb sich Sandberg verstärkt auf das Spiel mit diversen Lichtquellen und entsprechenden Schatten konzentriert.
Das birgt teilweise eine dichte Atmosphäre, wie beim Intro in düsteren Lagerräumen oder später mit Zuhilfenahme einer Schwarzlichtlampe, spult anderweitig jedoch gängige Verlaufsmuster recht erwartungsgemäß ab, denn spätestens im letzten Drittel wird das Szenario kaum mehr erweitert. Im Gegenteil. Kurze Rückblicke servieren Erklärungen überdeutlich auf einem Silbertablett und zudem kommt der Showdown arg überhastet und abrupt ausklingend daher, obgleich die Auflösung durchaus stimmig ist.
Auf der Habenseite ist die gut durchdachte Kamera zu erwähnen, die stets die richtigen Blickwinkel findet und angenehm schnörkellos bleibt und auch die Sounduntermalung weiß diverse Momente des Erschreckens adäquat zu untermalen. Hauptdarstellerin Teresa Palmer überrascht durch ein nuanciertes und in wesentlichen Momenten intensives Spiel, während man Maria Bello die Depressionen locker abnimmt. Der Rest performt zumindest okay.
Aufgrund der kurzen Laufzeit von 81 Minuten entstehen zwar keinerlei Längen und die fast schon obligatorischen Logiklöcher sind weitgehend zu verkraften, doch insgesamt hinterlässt das Langfilmdebüt von Sandberg keinen sonderlich bleibenden Eindruck. Zu häufig erscheint die dämonische Kreatur innerhalb sich wiederholender Abläufe und nur selten wird man in unerwarteten Momenten überrascht. Zeitweilig spannend und audio-visuell souverän, bleibt er nach dem gänzlich überzeugenden Kurzfilm klar hinter den Erwartungen zurück und dürfte nur bedingt für schlaflose Nächste sorgen.
Knapp
6 von 10