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Feiertage kommen und gehen und je älter man wird, umso kürzer erscheinen die Abstände.
Als John Carpenter 1976 einen Killer an Halloween auf Tour schickte, folgte zahlreiche Genrevertreter, die so manchen Feiertag ins düstere Licht rückten. Bei vorliegender Anthologie mit acht Episoden vollziehen dies Regisseure wie Kevin Smith („Red State“), Nicholas McCarthy („The Pact“) und Dennis Widmyer („Starry Eyes“).

Es gibt keine Rahmenhandlung, jedoch werden die Feiertage chronologisch angegangen.
Nicht nur am Valentinstag wird Schülerin Max gemobbt, welche in ihren Lehrer verknallt ist. Dieser bekommt ihre Zuneigung auf besondere Art zu spüren.
Ein gelungener Einstieg mit blutiger Pointe, ungewöhnlichen Kameraperspektiven und treffender Besetzung.

Am St. Patrick's Day scheint eine Lehrerin von einer merkwürdigen Schülerin verhext worden zu sein, denn sie wird unerwartet schwanger. Doch sie wird kein gewöhnliches Kind austragen…
Hier geht der Grusel von der hervorragend besetzten und ebenso glänzend spielenden Isolt McCaffrey aus, welcher der unheimlich grinsenden Schülerin einen Gänsehautfaktor verleit. Die Auflösung ist zwar reichlich grotesk, die Episode jedoch insgesamt spooky.

Einen Tag vor Ostern fürchtet sich ein kleines Mädchen vor dem Osterhasen, jedoch auch vor dem auferstandenen Jesus. Zu Recht, wie es noch in derselben Nacht feststellen muss.
Auch hier geht es ein wenig bizarr zu, ein Mischwesen (Mark Steger) sorgt für gruselige Momente und eine durchaus boshafte Auflösung.

Kurz vor Muttertag hat die Frauenärztin einer jungen Patientin die Faxen dicke, da diese quasi nach jedem Sex schwanger wird. Sie schickt sie zu ihrer Schwester, die in der Wüste ein Ritual im Rahmen der Fruchtbarkeit durchführt.
Eine überaus schwache Geschichte, die erstmals kaum unterhält und belanglos vor sich hin plätschert, wozu auch der nichtige Abschluss passt.

Vatertag trumpft indes mit einer immens dichten Atmosphäre auf, als eine junge Frau von ihrem verschwundenen Vater einen Kassettenrekorder erhält, mit dem sie sich zu einem gespenstischen Ort navigieren soll.
Über die Auflösung der Geschichte lässt sich streiten, jedoch ist hier der Weg sprichwörtlich das Ziel, was primär auf auditiver Ebene überzeugt, da Vergangenheit und Gegenwart zu einer Einheit verschmelzen. Hinzu kommen ein überzeugendes Setting, eine glaubhafte Darstellerin und eine gelungene Kameraarbeit.

Nicht weniger unterhaltsam fällt die Story zu Halloween aus, obgleich das Fest hier eigentlich keine Rolle spielt. Drei Camgirls sind die fiesen Herangehensweisen ihres Zuhälters leid und drehen den Spieß um.
Eine simple Rachegeschichte, die es durchaus in sich hat. Einige überaus makabere Ideen wissen Schmunzeleffekte zu erzeugen und auch der rigorose Ausgang passt.

An Weihnachten gelangt ein Familienvater auf eher unehrenhafte Weise an eine begehrte High-Tech-Brille, wonach sich Abgründe in der Familie auftun.
Durchaus mit Sozialkritik versehen, ist die simple, aber effektive Optik ein Highlight dieser vergleichsweise harmlosen Geschichte.

An Sylvester will es ein Serienkiller wieder krachen lassen, doch er trifft auf ein vermeintliches Opfer der anderen Art.
Final geht es ein wenig blutiger zur Sache, schwarzer Humor inbegriffen. Da von beiden Seiten reichlich Overacting geboten wird, kann man die Geschichte nicht allzu ernst nehmen, sie liefert jedoch einen passablen Abschluss.

Insgesamt ist zwar kein richtiger Knaller auszumachen, doch das Gesamtpaket unterhält bis auf eine Ausnahme recht solide, handwerklich ist an keiner Episode etwas anzukreiden, nur manche Pointe verpufft ein wenig.
Für Freunde von Kurzfilmsammlungen keine schlechte Wahl.
7 von 10

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