6
Eigentlich ja kein Einzelkämpferfilm, sondern im Prinzip ein echter "Avenger", den hier spielen ja auch fast alle in großen Rollen mit. Insofern verwundert der Filmtitel etwas. Das Drehbuch wirft ein paar nette Grundsatzfragen auf, ist aber doch recht unglaubwürdig. Der Regie-Stil ist dank den Russo-Brüdern nicht so verspielt und recht erwachsen, andererseits wollen einige Actionszenen nicht so richtig zünden. So hat mir dann auch die große Keilerei auf dem Flughafen gar nicht gefallen. Captain America wird etwas erwachsener, auch Iron Man zeigt ernstere Züge als bisher. Die Auftritte von Ant-Man und Spiderman hingegen empfand ich als peinlich. Ja viel Licht und viel Schatten in diesem Film, sicher einer der schwächeren Beiträge der Reihe!
7
Keine Gwyneth Paltrow, da wurde an genau der richtigen Stelle gespart. So interessant die moralische Diskussion - (individuelle) Freiheit kontra (staatliche) Kontrolle - auch ist, sie zögert in erster Linie nur den heiß ersehnten Krieg der Superheldenteams hinaus. Der Winter Soldier mit seiner sehr präsenten Backstory verstärkt dieses Ausbremsen noch. Überhaupt sind fast schon zu viele Akteure in zu vielen Einsatzorten auf dem Globus verstreut im Einsatz. Trotzdem ist CIVIL WAR keine solche Schwindelnummer wie BATMAN V SUPERMAN wenige Wochen vorher geworden, da er letztlich doch abliefert. Schon die Rekrutierungen weiterer Helden, darunter ein brandneuer und erfrischender Spider-Man, sind superunterhaltsam und ab der 90. Minute schaltet CIVIL WAR dann endgültig einen Gang hoch in den Popcorn-Spaß-Modus. Erfreulich ist auch der weitgehende Verzicht auf synthetisches CGI-Gedöns.