John Woo ist einer der wenigen Hongkong Regisseure, die es nach Hollywood schafften und dort auch noch groß rauskamen. Mit " Harte Ziele " 1993 feierte er einen knalligen Einstand, danach drei Jahre Stille bis zu " Operation: Broken Arrow ". Ein weiterer Erfolg, welcher Woo letztenendes zu " Face Off " verholf. Danach war es mit den guten Filmen leider vorbei, wobei " M:I:2 " kein schlechter Film ist, an den Kinokassen trotzdem floppte und zudem das Publikum enttäuschte. Doch ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass uns Woo in absehbarer Zeit noch einen guten Actioner liefert. Hier liefert er dem Publikum was es sehen will. Das Drehbuch stammt von Graham Yost, welcher auch die Drehbücher zu " Speed 1 und 2 ", oder " Hard Rain " entwarf.
Story:
Major Vic Deakins ( John Travolta ) und Captain Riley Hale ( Christian Slater ) sollen einen Testflug mit einem Düsenjet, bestückt mit zwei Atomwaffen, absolvieren. Aber Deakins will die Waffen stehlen und versucht Hale noch in der Luft zu töten. Doch der kann entkommen und landet mitten in der Einöde. Dort trifft er auf die Rangerin Terry ( Samantha Mathis ) und zusammen machen sie sich auf die Jagd nach Deakins, welcher mit seiner eigenen Truppe schon die Waffen geborgen hat und abtransportieren will. Zwischen den beiden Piloten entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod. Zudem ist Deakins zu allem bereit, auch eine Atomwaffe scharf zu machen.
Der Plot ist nicht so stumpfsinnig wie es zunächst erscheint. Zwar geht es nur um zwei Atomwaffen, doch Yost hat sich einige überraschende Wendungen einfallen lassen und die Story mit wirklich guten Dialogen aufgepeppt. Ab und an übertreibt man es etwas, man siehe zum Beispiel die Explosion in der Kupfermiene, das hätte wesentlich schlimmere Auswirkungen, als im Film beschrieben. Aber Woo setzt das Ganze sehr gekonnt in Szene und vergeudet vor allem keine Zeit. Von Anfang an drückt man hier aufs Gas und spart mit unnötigen Dialogen. Außerdem macht der Kleinkrieg zwischen Deakins und Hale richtig Laune. Die Beiden schenken sich nichts und liefern sich außer Fights und Schießereien auch viele Wortgefechte.
Bei der Action musste Woo sich ein bisschen einbremsen, obwohl noch ordentlich die Post abgeht, aber ich meine in Punkto Brutalität. Es sind nur vereinzelt blutige Einschüsse zu sehen und der Bodycount hält sich in Grenzen. Beidhändig wird auch selten geballert, genau das Selbe gilt für die Zeitlupen. Obendrauf fehlt hier Woo´s Markenzeichen, nämlich die weissen Tauben, aber die gibt es halt in einer wüstenähnlichen Gegend nicht. Da die Kulisse nicht sonderlich viel hergibt, zeigt Woo massenhaft hübsche Panoramabilder und unterlegt den ganzen Film mit einem eher ruhigen Score, welcher nur in der Action richtig aufdreht und auch immer toll klingt.
Kommen wir zurück zur Action die uns einige Shootouts, Verfolgungsjagden und Fights in bester Old School Manier bieten, kein Martial Arts, aber trotzdem hart und spektakulär. Die vielen Explosionen sind oft bildschirmfüllend. Woo lässt es ordentlich krachen, wurde jedoch sichtlich gebremst. Für eine FSK 16 Freigabe ist immer noch Einiges geboten.
Für mich ist hier ganz klar John Travolta die Nummer eins. Er ist eiskalt, aber auch charismatisch und spielt alle locker an die Wand. Durch seine Präsenz macht der Krieg zwischen ihm un Hale erst richtig Laune. Christian Slater schlägt sich sehr wacker in der Rolle des Actionhelden, aber er hat einfach nicht Travolta´s Ausstrahlung. Samantha Mathis macht auch einen guten Job und die Nebenrollen sind mit Delroy Lindo, Kurtwood Smith und Bob Gunton wirklich gut besetzt.
Fazit:
Knalliger Actionfilm mit ordentlicher Story und temporeichen Umsetzung. Die Action ist zahlreich vertreten und die Spannung erreicht ein solides Maß. Die Darsteller, allen voran Travolta, liefern eine tolle Show. Die Kulisse gibt ein gutes Schlachtfeld und der Score ist klasse.
Wer Action will, der bekommt sie hier auch, absolut empfehlenswert, auch für Nichtfans des Genres geeignet.