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Eine Insel. Ein Bunker. Ein Experiment. Boris, Les und Kim sind drei junge Menschen, die sich für viel Geld bereit erklärt haben, zwei Monate in einem atomar verseuchten Stahlbunker abgeschieden von der Außenwelt irgendwo am Atlantik zu verbringen. Ziel des Experiments ist, der Wissenschaft Daten darüber zu liefern, wie der Körper auf derartige Bedingungen reagiert. Bald schon beginnt jedoch alles, aus dem Ruder zu laufen. Auf engstem Raum entladen sich Aggressionen, ein Nervenkrieg beginnt. Panik breitet sich aus, aber die verantwortlichen Forscher Dr. Hoppe und Prof. Lang beschließen, die Bedingungen noch zu verschärfen.

Operation Dead End gehört für mich ähnlich wie im Namen des Kreuzes zu den wenigen Perlen des 80er Jahre Films aus Deutschland, die zu Unrecht ein weitgehend vergessenes Dasein fristen. Ein geheimes Experiment wird auf einer einsamen und abgelegenen Atlantikinsel mit drei Personen durchgeführt. Sie bekommen die Info das die Umgebung radioaktiv verseucht ist, Verlassen des Bunkers ist somit nur in mitgelieferter ABC-Kleidung möglich, die Ausrüstung ist sehr spartanisch, es darf nicht mitgebracht werden und nicht nur die Stimmung ist unterkühlt, sondern im Inneren ist es auch schweinekalt. Schade fand ich da, das der wirkliche Grund des Experiments doch sehr vage gehalten wurde. Es geht zwar vorgeblich um8-wöchige körperliche Belastung, aber als Zuschauer ist man ständig versucht zu glauben, das da doch einiges mehr hintersteckt, zumal die gestrengen Wissenschaftler an den Monitoren diesen Eindruck auch verstärken.
Hier baut sich dann aber auch sehr gut die klaustrophobische Spannung auf und man kann quasi die Uhr nach stellen, wann die ersten Reibereien losgehen. Dazu kommt das die Probanden gezielt nach bestimmten Verhaltensmustern gewählt wurden und besonders die beiden Kerle klar aggressive Tendenzen aufweisen, die von den guten Darstellern Uwe Ochsenknecht und Hannes Jaenicke auch entsprechend rübergebracht werden. Dazu kommen noch weitere Unheilsboten wie eingeritzte Warnungen an der Wand (angeblich sind die drei ja die Ersten die an diesem Experiment teilnehmen), Blutspuren am Boden und die seltsame Tatsache, daß man im Kühlschrank abgezählte Verpflegung für drei, statt für die vorgesehenen zwei Monate vorfindet.
In einem amerikanischen Spielfilm würde das Ganze jetzt mit ziemlicher Sicherheit in einen Survival-Horror ausarten, aber hier will man sich wirklich nur auf die psychischen Elemente konzentrieren und liegt gut damit. Mehr als ein wenig Anzicken und eine Beinahe-Vergewaltigung steht hier nicht zu Buche, dafür aber ein guter Trick, um dem Gefängnis zu entfliehen, nachdem man einseitig den Aufenthalt verlängern will, während Essensverzicht, mangelnde Kontakte nach außen, Lagerkoller und die Kälte physisch und psychisch bereits deutliche Spuren hinterlassen.
Schade, daß es Filme dieser Art leider viel zu wenige aus Deutschland gibt. Das Land der Dichter und Denker scheint sich ja endgültig auf Dramoletten, romantische Komödien oder dem Traumschiff zu spezialisieren. Dabei zeigt Operation Dead End recht anschaulich, das man mit guten Darstellern und einem Script, in dem ein wenig Hirnschmalz steckt, auch ohne viel Kohle einiges bei rauskommen kann.
8/10

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