Uff. Da startete OPERATION DEAD END mit seinem kammerspielartigen Atombunker-Thrill am 10.April 1986 in den Kinos und am 26. explodierte Block 4 von Tschernobyl, was ein Timing. Allerdings hat die Prämisse von Nikolai Müllerschöns Film nichts mit dem Ernstfall zu tun, der 1983 von THE DAY AFTER und IM ZEICHEN DES KREUZES bereits durchgespielt wurde. Der zuvor durch Filme wie "Schulmädchen 84" oder "Orchideen des Wahnsinns" in die Annalen eingegangene Auteur nimmt sich viel mehr Hannes Jaenicke zum Anlaß, sich relativ der Enge aus dem Fahrstuhl-Psychogramm ABWÄRTS zu bedienen und drei Personen im Namen der Wissenschaft in ein vermeintlich verseuchtes Gebiet über 60 Tage einzubunkern, um Erkenntnisse für ein zukünftiges Überleben der Menschheit zu sammeln. Die Wissenschaftler sind dabei fies wie überzeugender und haben die Probanten nicht über alle Pläne unterrichtet, leider befindet sich darunter der schluffige Uwe Ochsenknecht und die der Situation nicht gewappnete Isabelle Winter, die zwar mal ihre Brüste in die Kamera halten und fast vergewaltigt werden darf, damit aber nicht wirklich dagegen anspielen kann, daß der Haufen nicht so richtig funktioniert. Das ist schade, weil die Exposition direkt mit einem zerknautschten Körper unter einem LKW vorlegt und ein vermeintliches Nagetier in der Abgeschiedenheit zunächst Erinnerungen an DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT wachrüttelt. Wenn man aber bedenkt, daß die Highlights der wenigen exemplarischen Ausschnitte der ersten Tage noch eher an die Zwists der ersten Big Brother Staffel erinnern und eine richtige Dynamik kaum aufkommt, dann wünsche ich mir persönlich doch einen Rainer Erler herbei, der u.a. mit OPERATION GANYMED bereits 1977 eine Riege kerniger Männer in der atomar-apokalyptischen Einöde aufreiben ließ. Damit ist dieses beliebige Geplänkel Müllerschöns dann doch sehr berechenbar, zeichnen sich beim Betreten des Bunkers doch schon Aussichten auf die Vorhaben der zwielichtigen Wissenschaftler ab, die selbst den drei Hauptfiguren klar zu sein scheinen, während sie sich zunächst guter Hoffnung geben und schließlich etwas am Teller drehen, um sich gegen das Gefängnis aufzulehnen. Das hält zu wenig Gefühle der Auslieferung und Entgültigkeit vor, um die Intenton des Films ansprechend auszugestalten. Das ist schade, zumal OPERATION DEAD END von der Idee sehr gut klingt und den Nährboden für guten Thrill mitten an einem Siedepunkt der atomaren Bedrohung im kalten Krieg hätte bieten können. So bleibt der Film dann doch eher nur als relativ einsames Exponat seiner Natur für die unterschiedlich ausgestalteten Kapriolen des deutschen Films erhalten.