Seth Rogen und Rose Byrne spielen erneut ein junges Ehepaar, das nun sein zweites Kind erwartet. Nachdem die beiden ein größeres Haus gekauft haben, versuchen sie das alte zu verkaufen und finden auch schnell einen Abnehmer. Da dieser jedoch binnen 30 Tagen vom Kauf zurücktreten kann und ausgerechnet jetzt eine potentiell laute und nervige Studentenverbindung im Nachbarhaus einzieht, stehen die potentiellen Verkäufer mit dem Rücken zur Wand. Sie müssen die Verbindung, eine Schwesternschaft, loswerden, wenn sie nicht im finanziellen Ruin enden wollen. Damit entfesseln sie jedoch erneut einen Kleinkrieg in der Nachbarschaft.
Seth Rogens Gags sind nicht selten improvisiert - und doch landen er und seine Mitstreiter immer wieder bei Peniswitzchen und anderen Zoten. Dementsprechend ist der Schauspieler nicht gerade für seinen subtilen Humor bekannt. Von Regisseur Nicholas Stoller, der unter anderem „Sex Tape“ und „Der Ja-Sager“ inszeniert hat, ist prinzipiell auch nichts anderes zu erwarten. Und so ist bereits in der ersten Szene zu sehen, wie sich Mrs. Radner beim Geschlechtsakt auf das Gesicht ihres Gatten übergibt, womit die Marschrichtung gleich vorgegeben ist.
Ähnlich wie bei weitaus besser gelungenen Rogen-Komödien wie „Das ist das Ende“ oder „Die highligen drei Könige“ wird bei „Bad Neighbors 2“, der auch im Vergleich zum direkten Vorgänger durchfällt, ebenfalls fast konsequent auf eine Story verzichtet. Stattdessen gibt es ein paar lose Ansätze und Handlungsfäden, die nicht wirklich zielführend ausgefallen sind. Dabei wird im Wesentlichen die Geschichte des Vorgängerfilms aufgewärmt, nur, dass es sich diesmal um eine weibliche Verbindung handelt, welche die Nachbarn terrorisiert. Dass die Studentinnen nebenan ihre eigenen Partys feiern wollen, statt auf den klassischen Jungspartys als schmückendes Beiwerk zu fungieren, nehmen die Macher zum Anlass, auch mal Themen wie Freundschaft und Feminismus anzuschneiden, was sich freilich in Allgemeinplätzen und schlichten Botschaften erschöpft. Außerdem wird versucht, den von Zac Efron verkörperten Partykönig weiterzuentwickeln und die Elternschaft des im Mittelpunkt stehenden Paares zu thematisieren, was beim fahrigen Verlauf des Films jedoch kaum gelingt.
Und so müssen es, wie schon beim Vorgänger, allein die Darsteller und die Gags richten - nur funktioniert das diesmal nicht so gut. Bis auf einige wenige gelungene Einfälle kann „Bad Neighbors 2“ fast überhaupt nicht punkten, zu altbacken sind die derben Zoten, zu sehr verfestigt sich der Eindruck, dass man das alles so oder so ähnlich schon mal von Seth Rogen gesehen hat (nur eben besser). So kommen viel zu wenige Lacher zustande, um das zusammenhanglose Geschehen wirklich aufzuwerten und unterhaltsam zu gestalten. Seth Rogen und Rose Byrne fungieren dabei erneut als sympathisches Pärchen, können den Film aber auch nicht wirklich aufwerten. Zac Efron, der mal wieder bei jeder sich bietenden Gelegenheit seinen Oberkörper zur Schau stellt, macht seine Sache ebenfalls recht ordentlich, jedoch ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Das gelingt immerhin der gewohnt überzeugenden Chloe Grace Moretz, die als zunächst unsichere, dann jedoch zunehmend selbstbewusste Verbindungsstudentin eine gute Figur macht.
Fazit:
„Bad Neighbors 2“ ist insofern ein typischer Seth-Rogen-Film, als dass es sich um eine weitere lose Aneinanderreihung derber Zoten handelt. Da die Story des Vorgängerfilms dabei jedoch lediglich aufgewärmt wird und auch auf humoristischer Ebene Ideenlosigkeit vorherrscht, ist der Film letztlich ein ebenso brachialer wie langweiliger Flop.
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