Das Casino-Schiff Delphin wird auf seiner Schickimicki-Fahrt von Terroristen übernommen, es geht ums liebe Geld. Aber die bösen Buben haben die Rechnung ohne Kapitän Jan Fehrmann von der Wasserschutzpolizei Travemünde gemacht. Der ist nämlich auch an Bord und schickt sich an, mal die Decks durchzuwischen.
Und das eben auf Niveau des Privatsender-TV-Films der ausgehenden 1990er Jahre, der er auch ist. Das Machwerk bietet dabei diverse Anspielungen auf bekanntere Filme, insbesondere als „Die Ha rd“-Klon wurschtelt sich sich das Skript von einer dilettantisch verbauten Reverenz zur nächsten. Der ganze Plot mit dem entführten Mädchen und der Geiselnahme auf dem Schiff entbehrt jeglicher inszenatorischer Finesse und ist flach wie das Watt bei Niedrigwasser. Highlights wie die Tanzszene am Strand nahe dem Beginn, die vielen dummen Dialoge oder die drolligen Effekte machen das Teil zu einem passenden SchleFaZ-Kandidat.
Die darstellerischen Qualitäten reihen sich da ein, selbst einen Heinz Hönig kann man hier nicht ernst nehmen, der Rest inklusive Verona Feldbusch gebiert sich wie die Notbesetzung einer Laienschauspieltruppe. Exaltiert, wild gestikulierend und auf hart getrimmt, dass einem schnell die Tränen kommen. Allerdings nicht vor Begeisterung. Hölzernes Getue und ein Esprit wie eine umgekippte Seegurke ziehen sich durch das komplette Ensemble. Auch Nick Wilder geht kaum als cooler Held durch, dazu macht er zu oft ein beknacktes Gesicht.
Action will man, aber die lässt auf sich warten. Und bis Jan Fehrmann-McClane mal in Aktion tritt, vergeht schon eine ganze Weile. Und selbst dann tut sich nicht viel. Auch visuell ist das unbeeindruckend und es fällt tatsächlich auf, wie wenig gekonnt die Bildausschnitte gewählt sind. Das Teil sieht durchweg öde aus.
„Glöm Ej Nycklarna!!!“
Bei „S.O.S.“ geh ich noch mit, denn schnell morst man hier um Rettung. Vor dem grausigen Spiel, dem öden Skript und der unspannenden Inszenierung. Man bedient sich bei dutzenden Vorbildern, nur ohne deren Stil. Funktioniert weder als Thriller, noch als Parodie. Einfach nur ein Stück dilettantischer und stinklangweiliger TV-Klumpatsch.