In einer postapokalyptischen Welt, in der ein Großteil der Menschheit einem Zombie/Vampir-Virus zum Opfer gefallen ist, schlagen sich die wenigen Überlebenden mehr schlecht als recht durch - einer von ihnen ist der Einzelgänger Rourke (Johnny Strong), der in einem mit Drahtgittern leidlich geschützten Auto durch die Lande zieht. Nachdem er an einer verlassenen Tankstelle einen in einer Kühltruhe versteckten Zombie ins für diesen tödliche Sonnenlicht zerrt, kann er kurz später in einer Stadt den Überfall einer Straßengang auf ein Polizisten-Quartett beobachten. Als von den Cops nur noch eine Frau übrig ist, greift Rourke ein und erledigt die ganze Truppe im Alleingang. Zum Dank für ihre Rettung verspricht ihm Sam (Chelsea Edmundson) Munition und Benzin, wenn er sie zu ihrem Stützpunkt, einer ehemaligen Polizeistation in Dallas, bringt. Von den dort lauernden Zombies bereits erwartet, schaffen sie es zwar noch in den Keller des gesicherten Gebäudes, doch dann sieht sich Rourke erst einmal dem Mißtrauen der Insassen unter der Führung von Vater Frank (Lance Henriksen) und Sohn Ethan Hill (Louis Mandylor) ausgesetzt und muß die erste Nacht unbewaffnet in einer Zelle verbringen. Doch noch etwas beschäftigt den stets fokussierten Rourke: unter den Zombies hat er deren Anführer erkannt, mit dem er noch eine Rechnung zu begleichen hat...
Die Endzeitvision Daylight's End steigt gleich unvermittelt ins Geschehen ein und hat schon nach kurzer Zeit einen ordentlichen Shoot-out zu bieten, der sich vor den auch von Regisseur William Kaufman favorisierten Vorbildern wie Mad Max nicht zu verstecken braucht. Obgleich die Thematik um einen einsamen Rächer, der sich zeitweilig einer Gruppe friedlicherer Leute anschließt, dabei jedoch seine eigenen Ziele nicht aus den Augen verliert, nicht wirklich etwas Neues darstellt, vermag diese Weltuntergangsgeschichte den Zuseher durchwegs bei Laune zu halten.
Dies liegt nicht zuletzt an Hauptdarsteller Johnny Strong (The Fast and the Furious) selbst, der zwar einerseits durchtrainiert, tätowiert und kampferprobt auftritt, dessen Handeln andererseits aber auch durch schmerzliche Emotionen gelenkt wird, womit er zielsicher Anknüpfungspunkte für das Publikum bietet. Die Truppe Überlebender dagegen, unter Führung des allseits bekannten Vielfilmers Lance Henriksen, wirkt wie eine Herde Schafe, die zwar das Gute wollen, dabei jedoch des Inputs eines Außenstehenden bedürfen - vergleiche Waterworld, Mad Max 2 etc.
Das durchwegs gelungene Setting (mit leeren, vermüllten Großstadtstraßen oder verlassenen Gebäuden auf dem Land) bietet nebenbei auch ansprechend gestaltete Untote, die vor allem durch atemlose Raserei auffallen, sowie - gewissermaßen als Innovation - einen intelligenten Anführer der ansonsten willenlosen Zombiemassen, mit dem es etwas Besonderes auf sich hat. Untermalt von einem passenden Score (der von Streichern bis zu düsteren Industrial-Samples reicht) baut sich der Plot um die nachts Belagerten, die sich nur tagsüber frei auf der Straße bewegen können, relativ geradlinig auf, ohne sich in allzu viele Nebenstränge zu zerfasern. Das gesuchte und erhoffte "gelobte Land" soll sich in der Wüste befinden, und als Transportmittel dorthin wäre ein altes Flugzeug vorgesehen, doch dies gilt es erst einmal zu erreichen. Stets begrenzt das Zeitfenster des Sonnenauf- wie Untergangs den Handlungsspielraum beider Seiten, wobei der Film seine Spannung auch von der Unberechenbarkeit der untoten Horden bezieht, die von einem intelligenten Anführer angeleitet werden. Zwischendurch gibt es immer wieder Action in Form von sauber choreographierten, wenngleich hauptsächlich computergetricksten Shoot-outs, sodaß bis zum Schluß keine Langeweile aufkommt.
Daylight's End, an den man freilich auch mit einer weniger hohen Erwartungshaltung als an die soundsovielte Mad-Max-Verfilmung herangeht, bietet mit seiner gelungenen Mischung aus Action und Dystopie unter Verzicht auf kitschige Momente durchweg beste Unterhaltung und ist wohlweislich auch für mehrfache Sichtungen geeignet - eine klare Empfehlung nicht nur für Genrefreunde: 8,6 Punkte.