Eine kleine Besonderheit mit speziellen Merkmalen einzeln und in der Zusammenfassung gar sondergleichen stellt die Undisputed - Reihe der gefälligen Geschäftemacher um vorrangig Trevor Short, Avi Lerner und Boaz Davidson dar. Angefangen ursprünglich von einem wenig herausragenden, auch recht unbekannten, wenig wohl besprochenen 'Kinofilm' und fortgesetzt anschließend mit neuen Akteuren und auf dem damals schon verpönten Weg der Distribution über Video und DVD haben sich erst die Fortsetzungen selber als Franchise und Markenartikel einen Namen gemacht; was ein ebenso ungewöhnlicher Weg der Registrierung ist wie auch die Tatsache, dass vom ursprünglichen Antagonisten aus Undisputed II: Last Man Standing [ 2006 ] über Undisputed III: Redemption [ 2010 ] hin zu dessen Sichtweise gewechselt wurde und die Position zum Protagonisten, zur Identifikationsfigur gleich mit. Ersichtlich ist der Wechsel der Aufmerksamkeit hier schon vom nunmehr vorangestellten Titel, dem des Boyka, wobei die (nicht westliche oder gar amerikanische, sondern als Ausnahme allein auf weiter Flur osteuropäische) Figur und sein Umfeld auch im Grunde die einzige Ausnahme ist, die aus der ehedem vorhandenen Welle an MMA - Titeln noch am Leben und am Weiterexistieren, aufgrund der gehobenen Qualität der Vorgänger (und auch diesen Vertreters hier) nämlich und der Verkörperung natürlich auch durch Scott Adkins ist. [Eventuell könnte man noch die Never Back Down - Saga hinzuzählen, wobei Teil II und III nur recht untergingen. Kickboxer: Vengeance als einziger noch prominent vorhandener, allerdings recht altbacken wirkender Teilnehmer lief a) auch zeitverzögert später und steht b) als 'Remake' bzw. 'Reboot' außen vor; wobei Boyka selber im Grunde auch schon August 2015 als abgedreht galt, Ende September 2016 beim Fantastic Fest in Austin, Texas seine Premier erfahren hat und daraufhin mehrfach das Datum der Veröffentlichung nach hinten hinaus geschoben wurde, ohne Angabe von Gründen.]
Adkins selber als (Nah)Kampfmaschine und Springfloh gleichermaßen wird sicherlich mittlerweile mehr oder minder rein mit der Rolle identifiziert und in Verbindung zu gesetzt, was andere Arbeiten außerhalb des Settings auch oftmals in Vergleich hierzu und oftmals abschlägig in der Wirkung auf den Zuschauer aussehen lässt. Dabei ist die Figur gerade hier zu Beginn, in der ersten Szene vor allem schon nah am Rande der Parodie gesetzt, (die unmögliche Frisur, der grobe, unsaubere Bart, der schwäre russischä Akzänt) was nach ersten kleineren Schwierigkeiten damit dann aber schnell überwunden ist; ganz einfach deswegen, weil die Stranger Comes to Town - Plotte schnell Fuß fasst und mitsamt sieben, acht, neun Fights schnell vorantreibt, und die Sympathien schon auf der Seite des wahren Platzhirsches innerhalb all der großmäuligen Alphamännchen hier verteilt sind, bevor es so richtig losgeht. Actionszenen mit Schwung und Schmackes, und gerne mitten auf die Zwölf:
Auf dem Weg zur offiziellen Qualifikation eines legalen Kampfsportturniers in Budapest unterläuft dem mittlerweile seinen Frieden gefunden habenden Yuri Boyka [ Scott Adkins ] noch ein 'kleines Missgeschick', tötet er doch im letzten Kampf vor dem Ernstfall seinen hartnäckigen Gegner Viktor [ Emilien De Falco ], wobei ihn zwar keine Konsequenzen erwarten, aber das Gewissen drückt. Um sich zumindest bei der nunmehrigen Witwe Alma [ Teodora Duhovnikova ] zu entschuldigen und das gewonnene Preisgeld zu übergeben, reist Boyka gegen den Willen seines Managers Kiril [ Paul Chahidi ] von Kiew nach Russland, wo ihm die Frau zwar die kalte Schulter zeigt, er sich aber dennoch verpflichtet fühlt, die in den (finanziellen) Fängen des lokalen GangsterZourab [ Alon Aboutboul ] Befindliche zu befreien und sich nur deswegen in eine neue Verpflichtung begibt. Drei Kämpfe, nach den Regeln von Zourab, was insbesondere dessen amtierenden Schläger Igor Kazmir [ Brahim Achabbakhe ] ganz hungrig auf einen Abgleich macht, Zourabs rechte Hand Slawa [ Julian Vergov ] wegen der aufgezwungenen Zurückhaltung bis dahin aber wenig freut. Und Zourab hat zur Sicherheit auch noch etwas in petto, Schusswaffen, Baseballschläger und den örtlichen Knast-Champion, "The Nightmare" Koshmar [ Martyn Ford ].
“Three fights a week. You really want to loose…”
„No. Just in a hurry.”
Ein Gebet eröffnet die Szenerie, bevor gleich anschließend es an das Eingemachte, die überaus illegalen Kämpfe im bereits blutbespritzten Ring es nämlich geht. Der Anfang ist klar und das Ende steht auch schon fest, Brot und Spiele, hat man beide Gegner für den finalen Abtausch nach wenigen Minuten schon gesehen und weiß nach Dutzenden dergleichen B-Picture Videothekenware mit Van Damme, Gruner, Lamas und Co. aus seligen Vorzeiten schon in- und auswendig, wo die Reise am Ausklingen ist. Der Weg dahin ist entscheidend, die Überhöhung des "The Nightmare" - Opponenten zu einem wilden Tier, das von vier Wachmännern und mit Eisenketten und Ledermaske verhängt zum Schlagabtausch geführt werden muss, wobei es um den armen Sparringspartner nur leid tun kann, der auch prompt in den Ringboden gestampft und schließlich und endlich geradezu hineingeboxt wird.
Die breitbeinige und breitschultrige Suche nach Religion und inneren Frieden auf der einen Seite, die unverblümte Brutalität auf der anderen, wobei auch Boyka nicht der reine Gutmensch ist – nachdem er seinen Qualifikationskampf gewonnen hat, dreht er sich zur erledigten Konkurrenz nicht ein einziges Mal um, registriert allerdings erst später und dies eher verblüfft die Auswirkungen vom Knockout und den Verletzungen insgesamt, „What is the matter with him?" fragt er eher überrascht bis irritiert, aber durchaus anteilnehmend – , was dem Film gleich die seichte dramaturgische Grundlage, das Wenige und Nützliche davon zumindest mitgibt. Das Hauptaugenmerk der neuen Inszenierung vom bis dato unauffälligen Bulgaren Todor Chapkanov, der den Fackelstab vom hier als Producer anwesenden Isaac Florentine übernimmt, liegt im Grunde auf der Übernahme von Bekanntem, der Abmischung von Simplizität mit Selbstbewusstsein, inklusive der Formulierung und Positionierung der Actionszenen, was getreu der Reihe und schlau entsprechend auch ist, und ansonsten auf dergleichen Bebilderung der Ostblockszenerie und so speziellen Fitnessmesse, die man von derlei Werken und auch den alles andere als schmucken Vorgängern gewohnt ist.
Alles irgendwie ein großes tristes Grau-in-Grau, mit Kälte und Kargheit ausgefüllt, möglichst schnörkellose Aufnahmen, da das Umfeld sowieso nichts anderes hergibt und das Zielpublikum dieser filmischen Gladiatorenveranstaltung hier um visuelle Schönheit sowieso nicht schert. Wichtig sind die Kämpfe, die vielen Spektakelszenen, die so bleiben wie ehedem gehabt und seither geliebt. Teilweise erstaunlich und auch höchst willkommen längere Aufnahmen, in denen sich die Körper- und Akrobatikfetischisten gegenseitig an den Kopf geschlagen, getreten, gesprungen, in den Hebel genommen und sich sonstwie auch möglichst effektive und dennoch flexibel-stabile bis anmutige bis blutig-räudige Weise angegangen wird. Dazu eine angenehm ruhige, jederzeit übersichtliche Kamera, die die Darsteller/Athleten ihre Fähigkeiten hervorheben und die zuweilen durchaus überraschungsfreudige und gerade auch angesichts der sowieso hohen Erwartungshaltungen auch stets überzeugende Choreographie (von Tim Man, samt Cameo in einem flotten Dreikampf) am Unterstützen und nicht etwa am Konterkarieren ist.