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"The Founder" erzählt die interessante und zugleich sehr kontroverse Geschichte von Ray Kroc, dem Mann, der McDonald's in eine weltweite Fast-Food-Kette verwandelte. Anfangs war er nur ein scheiternder Vertreter für Milchshake-Mixer. Aber dann entdeckt Kroc zufällig das kleine, aber effiziente Burger-Restaurant der Brüder Richard und Maurice McDonald in San Bernardino in Kalifornien.

Beeindruckt von ihrem innovativen System der schnellen Essenszubereitung und Bedienung der Kunden sieht Kroc das immense Potenzial, diese Idee zu einer landesweiten Erfolgsgeschichte zu machen. Der absolute "amerikanische Traum".

Michael Keaton liefert in der Rolle des Ray Kroc eine herausragende Performance und man nimmt ihm die Entwicklung zu einem absolut gewissenlosen Hauptcharakter und Geschäftsmann ab, der für seine eigenen Ziele die Geschäftspartner letztendlich über den Tisch zieht und sogar seine Ehefrau rauswirft.

Die ursprünglichen McDonald‘s-Besitzer werden perfekt als die bedauernswerten netten Betreiber eines kleinen Geschäfts um die Ecke präsentiert, mit denen man Mitgefühl hat, wenn sie aus ihrem eigenen Geschäft herausgeworfen werden und am Ende der Geschichte nicht einmal mehr ihren Familiennamen für ihr Restaurant nutzen dürfen. Sie verkörpern das absolute Gegenteil des rein erfolgsgetriebenen Ray Kroc, der mit ihnen immer wieder in Konflikte geriet, wenn es darum ging gewinnorientierte Entscheidungen zu Lasten des ursprünglichen Geschäftsmodells der beiden McDonald‘s-Brüder zu treffen.

Wenn man ein bisschen recherchiert, dann scheint es übrigens wirklich so skrupellos gegenüber den McDonald’s-Brüdern zugegangen zu sein und von den vielen Milliarden Dollar, die McDonald’s heutzutage erwirtschaftet, haben diese im Prinzip gar nichts.

Der Film lässt einen kritischen Blick auf den kapitalistisch getriebenen Unternehmergeist in den USA zu und zeigt auch, dass es bei vielen Erfolgsgeschichten neben den gefeierten Gewinnern, aber oftmals absolut gewissenlosen Geschäftsmännern, wie Ray Kroc auch genügend Personen gibt, deren amerikanischer Traum zum Albtraum wurde und die dabei sogar alles verloren haben – und zwar an die Gewinner mit denen sie zuvor am selben Tisch gesessen haben.

Insbesondere für Leute, die sich für solche Unternehmensgeschichten interessieren, ist dieser Film auf jeden Fall eine klare Empfehlung wie auch beispielsweise "Social Network". Da er aber absolut nicht langweilig ist, insbesondere aufgrund der Darstellung der zwischenmenschlichen Konflikte, dürfte er auch Personen, die sich für solche Unternehmensgeschichten nicht interessieren, gefallen.

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